Bauernvereinigung
Verabschiedung: Bauernpater Francesco Christen gibt Amt ab

Nach 41 Jahren musste Bauernpater Francesco Christen sein Amt als Seelsorger für die Katholische Bauernvereinigung des Kantons Solothurn aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Benildis Bentolila
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Eine Vaterunser-Kerze zum Abschied: Bauernpater Francesco.

Eine Vaterunser-Kerze zum Abschied: Bauernpater Francesco.

Benildis Bentolila

«Das Herz möchte schon noch, aber der Kopf macht nicht mehr mit.» Mit diesen Worten erklärte Pater Francesco Christen vom Kapuzinerkloster Olten an der alle zwei Jahre stattfindenden Generalversammlung, dass er nach 41 Jahren Tätigkeit als Bauernseelsorger zurücktreten müsse. «41 Jahre hat uns Francesco begleitet», blickte Vereinigungspräsident Josef Flury zurück. «Das bedeutet, dass er über mehrere Generationen hinweg Freud und Leid mit uns Bauernfamilien geteilt hat.» Er kümmerte sich um christliche Jugendorganisationen, lehrte Lebenskunde am Wallierhof, organisierte seine Lourdes-Wallfahrten und Seniorenferien und war dabei an Hochzeiten und Taufen. Auch als er zehn Jahre im Appenzellischen als Priester waltete, war ihm der Weg nie zu weit zu seinen Schäfchen im Solothurnischen.

Abschied unter Tränen

«Wir können gar nicht alles aufzählen, was er für uns getan hat», hielt Josef Flury unter lang anhaltendem Applaus fest. Alle redeten durcheinander, erwähnten seine guten Taten, erinnerten sich seines feinen Humors. Die Aussagen gipfelten in der Feststellung: «Wir können uns gar nicht vorstellen, wie das Leben in der Vereinigung sein wird ohne ihn.» Gerührt nahm Francesco die Sympathiekundgebungen entgegen, hob zwischendurch die Arme und meinte bescheiden: «Es ist nun genug des Lobes.» Er war müde, man sah es ihm an, aber er wollte den Anwesenden unbedingt sagen, dass nicht nur sie profitiert hätten. Auch er habe wunderbare Jahre erlebt mit seinen Bauernfamilien und vieles gelernt von ihnen. «Ihr wisst, wo ich wohne», meinte er zuletzt, «ich freue mich, wenn ihr mich besucht.»

Als Gast soll Pater Francesco jedenfalls weiterhin an den Zusammenkünften teilnehmen. Während die Anwesenden das Vaterunser beteten, überreichte ihm der Präsident eine Vaterunser-Kerze als Andenken. Die Situation war berührend und viele mussten sich ihre Tränen wegwischen.

Wechsel im Präsidium

Der Anlass im Waldheim Kestenholz war ein Fest des Abschiednehmens und der Würdigungen. Präsident Josef Flury gab ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen nach zehn Jahren sein Amt ab. Er hielt fest, dass er es seiner Frau Marie-Lucie zu verdanken habe, dass er – besonders während der letzten drei Jahre – das Präsidium weiter bekleiden konnte. An seine Stelle wurde die junge Bäuerin Andrea Nussbaumer, Hägendorf, gewählt. Thomas Brunner, Zullwil, betreute während 18 Jahren das Aktuariat. «Ich habe es gerne gemacht, finde nun aber, es soll jemand anders schreiben und ich wende mich neuen Aufgaben im Vorstand zu», erklärte er. Als Nachfolgerin stellte sich Marie-Theres Widmer zur Verfügung, die mit grossem Applaus gewählt wurde. Nach 32 Jahren im Vorstand – wovon zehn Jahre als Präsidentin – trat Elvira Bader, Mümliswil, zurück. Auch sie war ein aktives Mitglied, dessen Tätigkeiten gewürdigt wurden. Ebenso trat die Vertreterin des Gäu, Monika Moll, Kestenholz, zurück. Als neue Bezirksvertreter wurden Antonia Rudolf, Kestenholz, und Daniel Nussbaumer, Mümliswil, in den Vorstand gewählt. Geehrt für ihre jahrelange Assistenz bei den Gottesdiensten wurde Denise Probst, Kammersrohr.

Der Abend klang aus bei einem feinen Essen und guten Gesprächen. Und dem traditionellen Schätzspiel. Die Sommertagung am 12. Juli wird vom Bezirk Lebern organisiert und findet am Wallierhof statt; die Wintertagung am 10. Januar 2016 wird traditionsgemäss in Mümliswil abgehalten.

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