Für wirkungsvolle Stärkung
Veloverkehr wird jetzt mit automatischen Messstationen erfasst

Wie stark sind die «Hauptschlagadern» des Langsamverkehrs wirklich frequentiert? Darüber will man beim Kanton mehr wissen und richtet nun automatische Velozählstellen ein.

Urs Moser
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Wie viele Velos sind unterwegs? An verschiedenen Stellen wird gemessen.

Wie viele Velos sind unterwegs? An verschiedenen Stellen wird gemessen.

Aargauer Zeitung

Was den motorisierten Strassenverkehr betrifft, sind automatische Zählstellen an der Tagesordnung. Wenn es aber um den Veloverkehr geht, liefert die alle paar Jahre stattfindende kantonale Verkehrszählung zu wenig aussagekräftige Daten für eine seriöse Planung und Projektierung von Velostreifen oder Radwegen und deren Erfolgskontrolle. Ist am besagten Tag Hudelwetter, kann das Bild grob verfälscht werden, manche Routen sind je nach Jahreszeit ganz anders frequentiert.

Soll der Langsamverkehr wirkungsvoll gestärkt werden, braucht es mehr Informationen dazu. Diese will man sich im Baudepartement nun beschaffen. Es wurde die Einrichtung von automatischen Velozählstellen beschlossen, am Dienstag gab der Regierungsrat grünes Licht für die Auftragsvergabe. Vorerst geht es um je fünf fixe und je drei temporäre Standorte im Raum Solothurn und Olten. Erstere sind auf eine langfristige Dauer angelegt, letztere können kurzfristig wechseln.

Tagesaktuelle Frequenzzahlen

Wie der stellvertretende Kantonsingenieur Stefan Gantenbein auf Anfrage erläutert, hat man sich für ein System entschieden, das in grossen Städten wie Zürich, Bern und Basel bereits seit etlichen Jahren im Einsatz ist: Im Boden eingelassene Induktionsschlaufen detektieren die von Velofahrten ausgelösten charakteristischen Veränderungen des Stromfeldes zuverlässig als Velofahrten.

Die sichtbaren Schlaufen sind mit einem im Boden versenkten Zählgerät verbunden, das die Zählungen speichert und täglich per Funkverbindung an einen Server schickt. So liegen immer tagesaktuelle und zuverlässige Angaben zu den Velofrequenzen an den Messstandorten vor. Der bauliche Aufwand für die Einrichtung der Messstationen ist gering. Die Messgeräte selber kosten um die 7000 Franken, der Gesamtaufwand für die Einrichtung eines fixen Messstandorts liege etwa bei 10'000 Franken, so Gantenbein. Da lediglich Velofahrten gezählt und keine Daten über Nutzer oder Velos erfasst werden können, sind die Geräte auch hinsichtlich Datenschutz unbedenklich.

Die Messstellen sollen spätestens im März eingerichtet sein. Im Raum Solothurn fix an der Bielstrasse von Bellach her, Segetzstrasse, Kreuzackerbrücke, Engestrasse in Biberist und Dorfackerstrasse in Zuchwil (beim Birchi Center). Dazu kommen drei temporäre Messstellen an der Dreibeinskreuzstrasse, Weissensteinstrasse und Schöngrünstrasse in Biberist. Fixe Messstellen im Raum Olten werden an der Aarauerstrasse, Aarburgerstrasse, auf der alten Holzbrücke, am Gheidweg, und der Gösgerstrasse eingerichtet. Dazu kommen temporäre an der Solothurnerstrasse, Tannwaldstrasse und Baslerstrasse in Trimbach.