Den wöchentlichen Einkauf erledigen und sich nach der Bezahlung nicht mehr darum kümmern müssen, wie man die schweren Taschen nach Hause transportieren soll. Stattdessen hat man Zeit für einen Kaffee oder weitere Erledigungen. In der Zwischenzeit wird der Einkauf für einige Franken bis vor die Haustür geliefert. Möglich wird dies durch den «Velo-Hauslieferdienst» des neuen Sozial- und Umweltprojekts «Collectors».

Ab heute Freitag können die Bewohner der Region Solothurn bei in ihren Einkäufen in einer Reihe von Geschäften von dieser Dienstleistung profitieren. Egal, ob sie altersbedingt in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder gerade über keine geeigneten Transportmöglichkeiten verfügen.

Das Integrationsprojekt versteht sich nicht nur als Verkehrs-Dienstleister, sondern ermöglicht Männern und Frauen in der Berufswelt Fuss zu fassen. Das Projekt bietet unter anderem Sozialhilfeempfängern und Asylsuchenden eine Beschäftigung an, sagt Philipp Keel, der durch die Initianten – die Energiestädte Zuchwil und Solothurn – auf das Projekt aufmerksam gemacht wurde. Nun ist er Geschäftsführer von «Collectors». «Eine Tätigkeit dieser Art bietet den Mitarbeitern einen geregelten Alltag und schafft so eine gute Voraussetzung für den späteren Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt», so Keel.

Weitere Sponsoren gesucht

Wie es der Begriff «Sozial- und Umweltprojekt» bereits andeutet, wollen die Initianten nebst einer erfolgreichen Integration auch zum Schutz der Umwelt beitragen. Philipp Keel, der sich den Grünen verbunden fühlt und über eine soziale Ader verfügt, ist selbst leidenschaftlicher Velofahrer. «Wir besitzen fünf Cargo-Bikes und liefern vorerst in die Gemeinden Solothurn und Zuchwil», sagt der «Collectors»-Geschäftsführer. Er fügt bei, dass die Mitarbeitenden parallel zu ihrem Lieferdienst auch das Recycling-Gut abholen und entsorgen. Dafür müssen die Kundinnen und Kunden einfach ein Recycling-Abo besitzen. Wie Philipp Keel ausführt, ist «Collectors» daran interessiert, seine Reichweite auszudehnen – und auch noch mehr Bikes einzusetzen. Zu diesem Zweck seien sie auf weitere Sponsoren angewiesen. Zurzeit sind es rund zwanzig Betriebe – darunter einige grössere Firmen – in Solothurn und Zuchwil, die das Projekt unterstützen.

Auch die Läden profitieren

Die beteiligten Unternehmen, darunter viele Lebensmittelläden oder Detailhändler aus dem Non-Food-Bereich, profitieren selbst von der Unterstützung des Projekts. Der Online-Handel bedeutet für so manche Geschäfte eine grosse Konkurrenz. Der Hauslieferdienst erleichtere den Einkauf und ermögliche trotzdem das traditionelle Einkaufserlebnis, wie Philipp Keel ausführt. Er ist überzeugt, dass viele Kundinnen und Kunden nicht darauf verzichten wollen.

Und so funktioniert der Service

Wer vom Velo-Hauslieferdienst profitieren will, der tätigt wie gewohnt seine Einkäufe. «Sobald die Kunden an der Kasse bezahlt haben, füllen sie einen Lieferschein aus, den sie dann mitsamt den Taschen beim Kundendienst deponieren», erklärt der Geschäftsführer von «Collectors». Der Hauslieferdienst kann einmalig oder auch im Abo mehrmals pro Woche genutzt werden.

Die beteiligten Unternehmen: Coop Zuchwil, Copy Quick Solothurn, Denner Westbahnhof und Zuchwilerstrasse, Fielmann Solothurn, GA Weissenstein, Luxor Optik, Manor AG, Migros Zuchwil und Solothurn, Solomarkt, Suteria, Stöckli Outdoor Sports Zuchwil.