Elf Jahre lang hatte Meyer beim VCS am Karren gezogen: Ab 2004 als einer von zwei Co-Präsidenten, ab 2010 als alleiniger Sektionspräsident.

Fast erstaunt stellte er an der Mitgliederversammlung vom Mittwoch in Oensingen fest, dass sich in dieser Zeit immer wieder neue Mitglieder für die Vorstandsarbeit zur Verfügung gestellt hätten.

Erste VCS-Co-Präsidentin

Das galt auch jetzt für den Präsidiumswechsel. Mit dem langjährigen Vorstandsmitglied Heinz Flück, Gemeinderat der Grünen in Solothurn, sowie Anja Kruysse, ebenfalls bisheriges Vorstandsmitglied aus Solothurn, fand Meyer zwei Nachfolger. Anja Kruysse ist die erste Frau im Präsidium des VCS Solothurn. Die Geschäftsführung der Sektion wird allerdings schon lange von Frauen wahrgenommen, zurzeit von Anita Wüthrich (Olten).

Eine Blutauffrischung gab es auch im Vorstand. Neben den Bisherigen Marc Dietrich (Solothurn) und Karl Zimmermann (Trimbach) wurden drei neue Mitglieder gewählt: Christine Bänninger (Derendingen), Heli Schaffter (SP-Gemeinderätin in Bellach) und Benno Barbisch (Zuchwil). Ausserdem interessierten sich zwei weitere Mitglieder für eine «Schnupperlehre» im Vorstand.

Weniger rosig siehts bei der Mitgliederbasis aus: Beim VCS gebe es einen leichten, aber kontinuierlichen Mitgliederschwund, stellte der bisherige Kassier Heinz Flück fest. Die VCS-Zentrale habe das Problem erkannt und eine Mitgliederoffensive eingeleitet, teilte die in Oensingen anwesende Caroline Beglinger, Co-Geschäftsleiterin am Hauptsitz in Bern, mit.

Für Erhalt der Moutierbahn

In seinem letzten Jahresbericht hob Hansruedi Meyer die VCS-Aktivitäten des Jahres 2014 hervor. Erfolgreich war die mit den Sektionen Bern, beider Basel und Jura lancierte Petition zur Rettung der Bahnlinie Solothurn–Moutier: 17 000 Unterschriften wurden der Bundeskanzlei am 4. Dezember übergeben. Zustande gekommen ist das Referendum gegen eine 2. Gotthard-Strassenröhre, für das auch der VCS Solothurn Unterschriften sammelte. Die Mitgliederversammlung vom Mittwoch doppelte jetzt mit einer Resolution gegen dieses Bauvorhaben des Bundes nach. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich im Februar 2016 statt.

Vorbehalte gegen Klus-Projekt

Im Jahr 2015 will der VCS den Gestaltungsplan Gäupark (Ausbauprojekte von Migros und Coop) kritisch verfolgen. Er hatte mit einer Einsprache die ordentliche Publikation im kantonalen Amtsblatt durchgesetzt. Aus Sicht des VCS ist das Verkehrsaufkommen beim Gäupark schon heute überdurchschnittlich, die Schadstoffbelastung der Luft über den zulässigen Grenzwerten.

Am Drücker ist der VCS bei vielen Lärmsanierungsprojekten an Kantonsstrassen. Er konnte zu einer neuen Vollzugshilfe des Amts für Verkehr und Tiefbau (AVT) für die Beurteilung von Tempo 30 als Lärmschutzmassnahme Stellung beziehen. Zusammen mit den andern Umweltverbänden bekämpft der VCS zudem die Pistenverlängerung des Flugplatzes Grenchen.

Zum kürzlich vorgestellten neuen Grossprojekt Verkehrsentlastung Klus ist der VCS skeptisch eingestellt. «Den Klusern wird etwas Falsches versprochen», sagte Geschäftsführerin Anita Wüthrich an der Mitgliederversammlung. Ob das Projekt die Klus nachhaltig «entstopfen» könne, erscheint dem VCS mehr als fraglich: Er erwartet vielmehr steigenden Lastwagenverkehr durch das Thal.