Bundesgericht

Urteil im Dulliker Mordfall bestätigt: Serbe muss 8 Jahre hinter Gitter

Demir H. appellierte ans Bundesgericht - ohne Erfolg. (Archiv)

Demir H. appellierte ans Bundesgericht - ohne Erfolg. (Archiv)

Das Bundesgericht bestätigt den Schuldspruch des Solothurner Obergerichts gegen den Serben, der 1993 mit einem Komplizen zusammen in Dulliken einen Rentner umgebracht hatte. Der 52-Jährige muss 8 Jahre ins Gefängnis.

Einer der ungewöhnlichsten Mordfälle in der Solothurner Kriminalgeschichte ist definitiv geklärt: Ein 52-jähriger Serbe hat zusammen mit einem Komplizen in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1993 einen 80-jährigen Rentner in dessen Wohnung in Dulliken umgebracht.

Zu Recht hat ihn das Solothurner Obergericht wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Das hat jetzt das Bundesgericht in letzter Instanz bestätigt: Die Beschwerde des Beschuldigten ist abgewiesen.

In ihrem soeben veröffentlichten Urteil vom 15. Oktober hat die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts in Lausanne alle Beschwerdepunkte zurückgewiesen: Weder wurden der Anspruch des Beschuldigten auf das rechtliche Gehör oder seine Teilnahmerechte verletzt, noch hat das Obergericht die Beweise willkürlich gewürdigt. Auch die rechtliche Qualifikation der Tat als Mord wird vom Bundesgericht anerkannt: Der Serbe nahm als Mittäter den Tod des Rentners durch eine massive Knebelung in Kauf, das Opfer erstickte daran auf seinem Bett.

Schon das Amtsgericht Olten-Gösgen hatte den Angeklagten im Mai 2014 zu acht Jahren verurteilt, das Obergericht schloss sich im Januar 2015 diesem Strafmass an. Mit dem Urteil des Bundesgerichts wird die Strafe jetzt rechtskräftig. Der Täter befindet sich bereits seit November 2012 in Haft.

Wertloser Tipp

Die beiden Täter waren Ende Juli 1993 in das Haus des Ermordeten eingedrungen. Sie hatten den Tipp erhalten, dass der alte Mann in einem Lüftungsrohr einen grösseren Geldbetrag versteckt habe. Dies bewahrheitete sich nicht.

Tatort am 31. Juli 1993: Das Wohnhaus des ermordeten 80-Jährigen in Dulliken

Tatort am 31. Juli 1993: Das Wohnhaus des ermordeten 80-Jährigen in Dulliken

Das Opfer setzte sich zur Wehr und wurde von den beiden Männern gegen Kopf und Körper geschlagen. Sie steckten ihm ein Taschentuch in den Mund und banden ihm zudem einen Kissenbezug um den Kopf.

Das Delikt galt während Jahren als ungeklärtes Verbrechen. Im Jahr 2008 nahm die Staatsanwaltschaft Solothurn die Ermittlungen wieder auf. Den entscheidenden Hinweis erhielten die Behörden im August 2011 von einem anonymen Zeugen.

Der Haupttäter konnte kurz nach dem Urteil der ersten Instanz in Serbien festgenommen werden. (cva/sda)

(Urteil 6B_342/2015 vom 15.10.2015)

Im blauen Kasten berichtete die «Solothurner Zeitung» am 2. August 1993 über den Mord in Dulliken.

Im blauen Kasten berichtete die «Solothurner Zeitung» am 2. August 1993 über den Mord in Dulliken.

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