Exhibitionismus, versuchte Nötigung, Hausfriedensbruch, Drohung, sexuelle Belästigung: Die Liste der Schuldsprüche gegen den heute 30-jährige Mann aus Ostasien ist lang. So hatte er zum Beispiel 2012 im Zug zwischen Olten und Egerkingen vor einer Frau onaniert. 2016 verfolgte und belästigte er eine Bankangestellte im Gäu während eines ganzen Jahres. Als er im Oktober 2016 vor der Bankfiliale mit einem Messer wild gestikulierte, wurde Baylong M.* von der Polizei verhaftet. Seither sitzt er in Sicherheitshaft.

Erneute Taten wahrscheinlich

Das Obergericht stellte in der Urteilsverkündung eine zunehmende Aggressivität der Taten fest. Es bestehe das deutliche Risiko der Eigen- und Fremdgefährdung. Sogar die Begehung einer Sexualstraftat sei zu befürchten. Deshalb wurde der Antrag der Verteidigung abgelehnt, welche die Anordnung einer Therapie in einer geschlossenen Anstalt aufheben wollte. «Auch eine teilbedingte Strafe ist nicht möglich», erklärte Gerichtspräsident Marcel Kamber, «es gibt keine begründete Aussicht, dass sich der Angeklagte in Freiheit bewähren könnte. Zwei forensische Gutachten sehen eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass es zu Wiederholungstaten kommen könnte.»

Das Gericht teilte die Auffassung der Verteidigung nicht, die Gutachten seien ungenau und ungenügend. Im zweiten Gutachten sei ausdrücklich eine schwere psychische Störung, eine paranoide Schizophrenie mit Wahnvorstellungen und akustischen Halluzinationen festgehalten. Um neue Straftaten zu verhindern, gebe es nur die Möglichkeit einer Therapie in einer geschlossenen Anstalt.

Zum Abschluss der Urteilsbegründung richtete sich Gerichtspräsident Kamber direkt an den Angeklagten: «Wir hoffen, dass Sie bei der Behandlung mitwirken werden, damit Sie Ihre Krankheit in den Griff bekommen. Dann können Sie hoffentlich schon bald wieder in Freiheit leben, ohne dass ein Risiko für neue Straftaten besteht.» (hps)

* Name von der Redaktion geändert.