Urs Schläfli, nach nur vier Jahren in Bern sind Sie abgewählt worden. Warum hat es Sie getroffen?

Urs Schläfli: Das ist schwierig zu sagen. Ich habe meine Arbeit so gut gemacht, wie ich konnte. Wahrscheinlich habe ich mich zu wenig gut verkauft. Gerade in den ländlichen Gebieten habe ich aber nach wie vor Rückhalt.

Noch bevor der definitive Ausgang der Wahlen bekannt war, war klar: Urs Schläfli wird nicht wiedergewählt.

Noch bevor der definitive Ausgang der Wahlen bekannt war, war klar: Urs Schläfli wird nicht wiedergewählt.

Sind Sie enttäuscht?

Die Spielregeln waren bekannt; auch dass mein Sitz wackelt. So überraschend war es nicht. Die Enttäuschung ist da, aber das Leben muss weitergehen. Und es wird. Einfach nicht mehr politisch.

Was tun Sie jetzt beruflich?

Es wird einen Neuanfang geben müssen. Ich bin 52 und gelernter Landwirt. Ich habe einen kleinen Bauernhof, der aber sicher kein 100-Prozent-Pensum ist. Was ich tun könnte, schaue ich jetzt mit der Familie an. Ich muss jetzt zwei bis drei Nächte über das Ganze schlafen, um die Enttäuschung loszuwerden und die Emotionen herunterzufahren.
Erstmals seit langem hat Solothurn keinen Bauern mehr in Bern.

Das war eine lange Tradition. Natürlich tut der Verlust weh. Es plagt mich auch, dass die CVP den zweiten Sitz verloren hat.

Nicht einmal, wenn die CVP zwei Sitze gemacht hätte, wären Sie wiedergewählt worden. Beide Sitze wären an die andere CVP-Liste gegangen. Wurden die Kandidaten falsch auf die Listen verteilt?
Als ich die Listenaufteilung zum ersten Mal gesehen habe, fand ich sie als gleichwertig. Noch vor zwei Wochen hätte ich die Hand ins Feuer gelegt, dass die Listen gleich stark sind.

Lachende und weinende Gesichter im Kanton Solothurn

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