Präsidialansprache
Urs Hubers Plädoyer für das Recht auf die eigene Meinung

Urs Huber sprach in seiner ersten Rede als «höchster Solothurner» über die anstehenden Herausforderungen und wie diese zu Schaffen seien.

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Der Obergösger Urs Huber ist der «höchste Solothurner».

Der Obergösger Urs Huber ist der «höchste Solothurner».

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Dass er in der letzten Session mit dem Glanzresultat aller Stimmen zum «höchsten Solothurner» gewählt worden ist, hat Urs Huber (SP, Obergösgen) sichtlich beflügelt. 1910 sei dies letztmals «passiert», blickte er gerührt zurück. Er freue sich auf engagierte, hin und her wogende Debatten: «Das kommt meistens dann gut, wenn man noch etwas zu sagen hat – nicht, wenn es einfach nur darum geht, weil der andere nervt.»

Sorgen bereitet dem Kantonsratspräsidenten, dass immer öfter von unseren Traditionen gesprochen werde «und dann immer wieder durchschimmert, wir brauchten eine starke Hand, ja so einen richtigen Führer.» Das töne mitunter, wie es in Ungarn, Russland und in der Türkei schon sei.

Niemand habe die Wahrheit für sich gepachtet. Wohin es führe, wenn nur noch eine Meinung gelten dürfe, sei in der Türkei sichtbar: «Wer eine andere Meinung hat, wird bedroht und abserviert.»

Die anstehenden Herausforderungen könnten nur gemeistert werden, so Huber, «wenn wir uns nicht schon in Generationen zersplittern lassen, in rechts und links, in Sprachregionen, in mit und ohne Pass, in Singles und Verheiratete.»

Solothurn sei ein «gmögiger Kanton» – mit Verbesserungspotenzial, findet der Kantonsratspräsident: «Schauen wir zu unseren eigenen Stärken und bauen wir daran: Bildung, Infrastruktur, zentrale Lage, einfache Wege für Bürger und Firmen, überall grün – wenn wir es lassen.»

In diesem Sinne wünsche er dem Kanton «einen Mittelweg zwischen dem Solothurner Lied ‹’s isch immer so gsi› und ‹make America great again›». (ums.)