Kantonaler Schadendienst

Urgestein geht in Pension: «Ich werde etwas kürzertreten»

René Fröhlicher Hansjörg Sahli

René Fröhlicher Hansjörg Sahli

René Fröhlicher, ein Urgestein des kantonalen Schadendiensts, geht nächstes Jahr in Pension.

Seit über 30 Jahren beim kantonalen Schadendienst: René Fröhlicher ist stellvertretender Feuerwehrinspektor und Chemiewehrexperte bei der Solothurner Gebäudeversicherung. Nach dem Brand bei Schweizerhalle 1986 hinterfragte auch der Kanton Solothurn seinen Schadendienst. Fröhlicher bekam 1987 den Auftrag, eine funktionsfähige Chemiewehr auf die Beine zu stellen.

René Fröhlicher, vor 30 Jahren sind Sie dem Schadendienst beigetreten. Wie kamen Sie dazu?

René Fröhlicher: Die Solothurner Gebäudeversicherung kannte mich von meinem Engagement bei der Feuerwehr Langendorf. Seit 1976 war ich da dabei, seit 83 Kommandant. 87 fragten sie mich an, ob ich nicht hauptberuflich umsatteln wolle. So kam ich dazu.

Haben Sie Ihre Entscheidungjemals bereut?

Nein. Nie. Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit. Nebst der Einsatzleitung bei Schadenfällen bin ich auch in der Ausbildung tätig. Die Vielfältigkeit meines Berufes ist einzigartig, das macht es so interessant. Auch nach 30 Jahren würde ich mich nochmals genau gleich entscheiden.

Welche Momente sind Ihnen speziell in Erinnerung geblieben?

Kleinere Brände kamen häufig vor. Speziell war aber sicherlich der Brand der Galvanikanlage der ETA in Grenchen 2013, weil toxische Gase austraten. Da hatten wir Glück. Wegen des Wetters ist nichts Schlimmeres passiert. In den Medien für Aufregung gesorgt hat auch ein ausgeleerter Farbeimer, der vor zwei Jahren den Obach und die Aare rot färbte. Dass längere Zeit nichts Schlimmes mehr passiert ist, zeigt für mich aber auch ein Umdenken in der Bevölkerung. Umweltbewusstsein und Umweltschutz haben heute einen höheren Stellenwert als auch schon. Viele Schadenfälle können verhindert werden, wenn man einfach etwas mitdenkt. Und Chemikalien, zum Beispiel Putzmittel, sachgerecht entsorgt.

Wie ist der Schadendienst für die Zukunft aufgestellt?

Unsere Anforderungen haben sich etwas verändert. Wir sind zwar hervorragend ausgerüstet und organisiert, grosse Vorfälle treten aber immer seltener auf. Häufig rücken wir bei kleineren Unfällen aus. Dafür kann man mittlerweile auch kantonsübergreifend gut miteinander arbeiten. Von der Feuerwehrkoordinationsstelle Schweiz gibt es seit kurzem ein gesamtschweizerisches Handbuch für ABC-Einsätze. So sind wir auch für mögliche Grossereignisse gerüstet. Ein Problem ist jedoch die Intensität der Ausbildung der Spezialisten. Zeitlich wie auch finanziell. Wir haben aber nur Milizfeuerwehren. Die benötigten Leute und Mittel zu finden, ist nicht ganz einfach.

Sie werden 2019 in Pension gehen. Können Sie sich das überhaupt vorstellen?

(Schmunzelt) Ich werde etwas kürzertreten. Ich glaube schon, dass das funktionieren wird. Ich habe das hier zwar schon etwas mitgeprägt, aber der Schadendienst wird auch ohne mich weiterlaufen.

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