Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit – Kelten, Römer, Alemannen: Was diese Epochen und Völker im Gebiet des Kantons Solothurn hinterlassen haben, das wird uns ahnungslosen Nachfahren im Archäologischen Museum vor Augen geführt.

Wenn nicht gerade zum Anfassen, dann doch zum Anschauen hinter Glas finden sich hier seltene Funde, die eine Vorstellung geben, wie frühere Bewohner dieser Gegend vor Tausenden von Jahren wohnten, arbeiteten, assen und tranken, zahlten, sich kleideten und schmückten. Dazu vermitteln Text-, Bild- und Karteninformationen Wissen über jene fernen Zeiten.

Ab 2015 will Kuratorin Karin Zuberbühler auch neue Funde in der Ausstellung zeigen.Bilder: Bruno Kissling

Ab 2015 will Kuratorin Karin Zuberbühler auch neue Funde in der Ausstellung zeigen.Bilder: Bruno Kissling

«Zwei Generationen von Schulkindern haben sich diese Ausstellung angesehen», sinniert Karin Zuberbühler von der Kantonsarchäologie. «Darum gehe ich schon mit einer gewissen Ehrfurcht an die Erneuerung.»

Aber mit einer Lebensdauer von 34 Jahren ist die Archäologie-Ausstellung in Olten selbst schon fast ein Fund aus der Urzeit. «Seit 1980 hat sich hier nichts mehr bewegt», stellt die Kuratorin fest. «Wir haben keinen Platz, um Neues zu zeigen.» Und «Neues» gibt es auch in der Archäologie durchaus, etwa aus den Grabungen, die – oft ungeplant – immer wieder für Aufsehen sorgen.

«Auch aus Olten gäbe es neue Funde», sagt Karin Zuberbühler, die seit 2006 für die Ausstellung zuständig ist. «Denken Sie nur an die Wandmalereien vom römischen Gutshof, der letzten Sommer im Fustlig ausgegraben wurde. Die würden wir gerne zeigen.» Oder an die Funde aus dem grossen Steinzeit-Bergwerk im Chalchofen und in Wangen, dessen Feuersteine vor 4000 bis 8000 Jahren in weiten Teilen der heutigen Schweiz gekauft und verwendet wurden.

Jetzt hat Karin Zuberbühler die Chance, zusammen mit einem Team der Kantonsarchäologie die Ausstellung neu zu gestalten. Den Anstoss dazu gaben aber nicht die Wünsche der Archäologen, sondern die bautechnischen Untersuchungen der Stadt Olten im Gebäude des Museums Olten: Sie führten zur Feststellung, dass die asbesthaltigen Eternit-Stellwände und -Vitrinen der archäologischen Ausstellung definitiv ersetzt werden müssten.

Darum wird die Ausstellung heute Sonntag mit einer Finissage (siehe Programm) für rund drei viertel Jahre geschlossen. Im nächsten Frühjahr, so verspricht die Kuratorin, wird sie wieder eröffnet, neu gestaltet, mit neuem Konzept.

Die Arbeit daran ist im Gang. Verraten will sie vorerst nur so viel: «Sicher wird es ein Schaufenster zur aktuellen Archäologie geben: Hier werden wir jeweils zeigen, was im Kanton neu gefunden wurde.» Weiter soll die Arbeit der Archäologen selbst ein Thema sein: Den Besuchern werden nicht nur fertige Erkenntnisse präsentiert, sondern auch der Weg verständlich gemacht, wie sie zustande kommen. Und schliesslich wird die neue Ausstellung unter dem Fokus eines bestimmten Themas stehen.

Unverändert bleiben wird der Auftrag: Schulklassen ebenso wie interessierten Laien und Familien mit Kindern die archäologischen Hinterlassenschaften des Kantons näherzubringen. Der zeitliche Bogen der Archäologie soll aber nicht wie heute im Frühmittelalter aufhören, sondern bis in die Gegenwart gespannt werden. Und Gegenwart, das heisst dann bei der Neueröffnung: Frühling 2015.