Kapuzinerkloster Solothurn
«Unvollständig»: Baukommission weist Gesuch für Zwischennutzung ab

Die Solothurner Baukommission weist das Baugesuch für die erweiterte Zwischennutzung des Kapuzinerklosters ab. Das Gesuch sei «unvollständig und teilweise sogar widersprüchlich».

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Die Solothurner Baukommission weist das Baugesuch für die erweiterte Zwischennutzung des Kapuzinerklosters ab.

Die Solothurner Baukommission weist das Baugesuch für die erweiterte Zwischennutzung des Kapuzinerklosters ab.

Micha L. Rieser

Das Baugesuch des Kantons für die erweiterte Zwischennutzung des Solothurner Kapuzinerklosters sei «unvollständig und teilweise sogar widersprüchlich». Dies hält die städtische Baukommission in ihrem jüngsten Entscheid fest. Sie weist das am 21. Dezember 2017 eingereichte Gesuch an die Bauherrschaft zurück, «da der Inhalt des Baugesuches nicht dem in der kantonalen Bauverordnung genannten Umfang entspricht».

Weiter moniert wird, dass einzelne Aussagen des Projektbeschriebs zum Baugesuch «zu widersprüchlichen Nutzungsmöglichkeiten führen» würden. Wie dem der Redaktion vorliegenden Entscheid vom 3. April zu entnehmen ist, fordert die Baukommission entsprechend eine «Vervollständigung/Ergänzung und Korrektur» des Gesuchs und setzt dafür Frist bis zum kommenden 30. April.

Weil das Baugesuch «unvollständig und widersprüchlich» sei, lehnt die Baukommission auch den vom Kanton inzwischen gestellten Antrag auf einstweilige Sistierung des Verfahrens ab. Das Hochbauamt hatte dies gewünscht, um Zeit zu gewinnen für Gespräche mit jenen Kloster-Nachbarn, die gegen die erweiterte Zwischennutzung Einsprache führen. «Nach dem Vorliegen des vervollständigten/ergänzten Baugesuches bleibt es der Bauherrschaft unbenommen, ein Sistierungsgesuch einzureichen», schreibt die Baukommission.

Sie hält weiter fest: «Die Baubehörde wird gerne bereit sein, einen Beitrag zu leisten, damit den Parteien ausreichend Zeit bleibt, gemeinsame Gespräche zur Findung einer einvernehmlichen Lösung zu führen.»

Das Baugesuch des Kantons – des Besitzers der Klosteranlage – zielt darauf ab, die bereits bis anhin bewilligte Zwischennutzung des Klosters so zu erweitern, dass diese neu «gewerbsmässige, gastronomische und kulturelle Nutzung sowie Betrieb» umfassen würde. Damit verbunden wären längere Betriebszeiten sowie das Aufstellen eines Betriebseinrichtungscontainers, der die (Ersatz-)Küche enthält. Gegen das Baugesuch des Kantons waren fristgerecht vier Einsprachen eingegangen, eine davon ist von 14 Parteien unterzeichnet. (ums.)

Ein kleiner Eindruck des Solothurner Kapuzinerklosters:

Das Kapuzinerkloster Solothurn
9 Bilder
Der Zahn der Zeit nagt auch hinter Mauern
Der Kanton steckt jährlich rund 81'000 Franken alleine in den baulichen Unterhalt.
Die Klosterkirche wird ab und zu für Konzerte genutzt.
Dieser Wohnbau ist der jüngste Teil des Klosters.
200-jährige Linden flankieren den Haupteingang
Der Klostergarten sollte überbaut werden.
Das Refektorium, der frühere Speisesaal der Kapuziner.
Der Kreuzgang

Das Kapuzinerkloster Solothurn

Oliver Menge