Die beiden Flugzeuge kollidierten am 31. Mai 2015 auf Gemeindegebiet Oensingen auf 1260 m/M. Niemand wurde verletzt. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hat den Unfall untersucht und legt nun den Bericht vor. 

Das Segelflugzeug mit einem Piloten an Bord hatte sich an jenem sonnigen Tag vom Regionalflughafen Langenthal her auf einen Flug dem Jura entlang aufgemacht.

Das Motorflugzeug war um 12.23 Uhr von Birrfeld aus in Richtung Grenchen gestartet. Der Flugweg führte die beiden Piloten via Sektor West entlang des Juras nördlich von Olten vorbei in Richtung Grenchen. «Im Sektor West von Birrfeld, im Raum Aarau-Olten, sowie in Richtung Balsthal sahen beide Piloten Segelflugzeuge. Aufgrund dieser Beobachtungen hielten sie bewusst Ausschau nach anderen Luftfahrzeugen», heisst es im Bericht.

Der Segelflieger setzte auf Motorunterstützung, um Höhe zu gewinnen. «Er hielt geradeaus nach Segelflugzeugen in Thermikkreisen Ausschau», schreibt die SUST. Die Piloten im Motorflugzeug hätten sich im leichten Sinkflug befunden, als sie um 12.42 Uhr «plötzlich von links, in einem Winkel von 80 bis 90 Grad und leicht von unten» ein Segelflugzeug auf sich zukommen sahen. «Sie nahmen einen leichten Schlag auf der linken Seite wahr. Der Pilot der HB-2207 sah plötzlich, verbunden mit einem Knall, auf der linken Seite die weisse Unterseite eines Flugzeuges mit drei schwarzen Rädern.» 

Die Visualisierung der Kollision der beiden Flugzeuge

Die Visualisierung der Kollision der beiden Flugzeuge

Der Segelflugpilot flog zurück nach Langenthal. Das Motorflugzeug kehrte ebenfalls nach Birrwil um.

Die Schäden an den Flugzeugen: Am Segelflugzeug wurde das Winglet am linken Flügel abgerissen, zudem gab es leichte Struktur- und Lackschäden am linken Flügelende. Am Motorflugzeug wurde der Lack am linken Flügel beschädigt und das Hecksporn abgerissen. 

Nicht ausreichend beobachtet

Berechnungen der SUST zufolge flogen beide Luftfahrzeuge während ungefähr 1 Minute und 20 Sekunden auf Kollisionskurs. Für die Untersuchungsstelle steht fest, dass alle Piloten den Flugraum nicht ausreichend beobachteten. 

Weshalb gab es keine Warnung durch das System? «Das Kollisionswarnsystem im Segelflugzeug konnte systembedingt das Transpondersignal des Motorflugzeuges nicht empfangen. Das Motorflugzeug hatte gar kein Kollisionswarnsystem an Bord», schreibt die SUST abschliessend. Technische Mängel wurden keine festgestellt.

Die SUST empfiehlt dem Bundesamt für Zivilluftfahrt, alle Besatzungsgruppen über die Kollisionsrisiken zu sensibilisieren und ein Konzept «für die Einführung von kompatiblen, auf Standards der Internationalen Zivilluftfahrt basierenden Kollisionswarnsystemen für die allgemeine Luftfahrt» zu erarbeiten. (ldu)