Wandern, Wintersport und geniessen
Unten Nebel, oben Sonne: Bergluft schnuppern auf dem Weissenstein

Bei herrlichsten Bedingungen zog es am Sonntag Kinder und Erwachsene auf den Berg an die Sonne.

Nadine Schmid
Drucken
Teilen
Der Weg vom Weissenstein zum Hinterweissenstein ist bei Sonnenschein eine wunderschöne Wander- oder wie in diesem Fall Laufstrecke.
18 Bilder
Der Schnee auf dem Vorplatz muss weg. Ein eingespieltes Team ist am Werk.
Jung und alt kommen auf den Weissenstein
Unterwegs zur Röti
Ausblick von der Röti
Die Langlaufloipe ist gespurt
Abfahrt auf der Loipe
Erinnerungsfoto auf der Röti
Rast
Repo Weissenstein
Auf dem Winterwanderweg vom Weissenstein zum Hinterweissenstein2
Verpflegung beim Raclettehüsli
Vor dem Schlittelspass runter ins Tal
Wandern mit Schneeschuhen
Schlittelbahn nördlich vom Kurhaus
Schneeschuhwandern
Schneeschuhwandern2
Schlitteln macht Spass

Der Weg vom Weissenstein zum Hinterweissenstein ist bei Sonnenschein eine wunderschöne Wander- oder wie in diesem Fall Laufstrecke.

Nadine Schmid

Am Wochenende genossen Scharen die Sonne auf dem Weissenstein. Kurhaus, Sennhaus und Hinterweissenstein waren mittags voll belegt. Aber auch den Samstagabend liessen etliche auf dem Solothurner Hausberg ausklingen. Wir waren am Samstag 10 Stunden auf dem Weissenstein unterwegs und haben dokumentiert; an diesem Tag gab es 2400 Bergfahrten.

  • 7.45 Uhr Zu dieser Zeit nehmen Peter Marti, Sebastian Kürzl und Tageschef Thomas Kissling die Arbeit auf, damit die Seilbahn pünktlich um 8.30 Uhr betriebsbereit sein wird. Dafür muss jeweils einiges getan werden. Die Bahn wird zuerst einige Minuten in Betrieb genommen, um sie von Eis zu befreien, anschliessend lässt Kissling die Gondeln aus der halbautomatischen Garage fahren, während seine Kollegen nach oben zu den anderen Stationen fahren. Auf der Dienstfahrt wird immer alles genau kontrolliert.

An solchen Tagen wie an diesem Wochenende, unten Nebel, oben Sonne und Schnee, werden alle 49 Gondeln eingesetzt. Der Betrieb laufe insgesamt sehr gut. Aber: «Das Eröffnungsjahr war das Spitzenjahr überhaupt, einerseits wegen des Hypes, andererseits wegen idealer Wetterbedingungen», erzählt Kissling. Rekordhalter sind die ersten zwei Novembersonntage 2015, mit bis zu 4500 Erstzutritten pro Sonntag. Und der vergangene Dezember belegt dank der milden Festtagswoche Platz 2. Kissling erzählt weiter von den Unterhaltsarbeiten. Da jeweils viel erledigt werden müsse, können sie diese vor allem dann in Angriff nehmen, wenn der Betrieb wegen des schlechten Wetters aus Sicherheitsgründen eingestellt werden muss.

  • 8.45 Uhr Die ersten Gäste fahren bereits in die Höhe. Noch vor der Mittelstation lichtet sich der Nebel und macht der strahlenden Sonne und einer tollen Aussicht Platz.
  • 9.30 Uhr Mit Langlaufski geht es Richtung Hinterweissenstein. Daniel Werren ist dabei, mit dem Pistenfahrzeug die Loipen und die Skating-Piste vorzubereiten. Letztes Jahr wurden die Langlaufspuren erstmals in den Schnee gezeichnet, jedoch gab es damals wegen des Schneemangels kaum Gelegenheit, sie zu befahren. Die Langläufer freuen sich über das neue Angebot. «Es ist super, nun muss man nicht mehr lange Autofahrten in Kauf nehmen», sagt eine Langläuferin.
  • 11.30 Uhr Beim Hinterweissenstein füllten sich auf den Mittag hin die Plätze. Erwachsene und Kinder geniessen die warme Sonne. Beim Raclettehüsli verkauft Betreiber Ueli Stucki zusammen mit einer Mitarbeiterin Raclette, Würstchen, Getränke und Süsses. So können auch Gäste, die keinen Platz mehr finden, an der Sonne etwas essen. Nach einem späten Frühstück mit hausgemachter Konfi und hausgemachtem Bauernbrot und Zopf, geht die Fahrt auf den Skie zurück zum Sennhaus. Viele Spaziergänger, Wanderer, Langläufer und Schlittelnde sind unterwegs. Dabei lockt der Berg auch Leute von weit her: Da ist jemand aus Chur, dort ein Pärchen aus der Region Bern.
  • 13.30 Uhr Richtung Röti scheint man die verzuckerte Landschaft fast ganz für sich allein zu haben, denn nur ein paar Wanderer zieht es in diese Richtung. Mit den Schneeschuhen (beim Sennhaus gemietet) kann man gut zum Aussichtspunkt Röti und damit zum Panorama wandern. Von diesem lassen sich die Anwesenden verzaubern und nehmen sich teilweise stundenlang Zeit dafür.
  • 16.15 Uhr Die Station auf dem Weissenstein ist am späten Nachmittag voll besetzt. Die einen schliessen den Tagesausflug ab, die anderen kommen, um das genauso gemütliche Abendprogramm einzuläuten. Darunter befindet sich eine Gruppe indischer Ingenieure, die zum ersten Mal Schnee sehen und zum ersten Mal schlitteln. Die Aufregung ist gross. Sie werden von den Kollegen der Schweizer Filiale begleitet, die sie in die Kunst des Schlittelns einführen.
  • 17.00 Uhr Im Sennhaus verweilen die Gäste am frühen Abend in ausgelassener Stimmung, plaudern bei einem Nachtessen über Gott und die Welt. Ein Fondue? Oder doch eine Rösti mit Bratwurst?
  • 18.00 Uhr Natürlich darf bei einer solch tollen Piste ins Tal das Schlitteln nicht fehlen. Wer sich um diese Uhrzeit auf den Weg macht, erwischt zumindest zu Beginn noch einige Strahlen Tageslicht und kann mitten hinein ins Abendrot fahren. Aber natürlich ist der Samstagabend auf dem Weissenstein um 18.00 Uhr noch nicht vorbei. Die Gaststuben schliessen erst am späten Abend. Beim Sennhaus gehen die Letzten bei Betriebsschluss um 23 Uhr – nach einer ausgiebigen Jassrunde.