Ärger
«Unsere Bedürfnisse werden ignoriert»: Landwirte kritisieren wegen Sanierung der Passwangstrasse den Kanton

Christoph Saner, Vertreter der Bauern im Passwanggebiet, macht seinem Ärger über die Sanierungsarbeiten mit den Planern Luft.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Christoph Saner, Landwirt im Dub, Ramiswil setzt sich für die Bauern am Passwang ein.

Christoph Saner, Landwirt im Dub, Ramiswil setzt sich für die Bauern am Passwang ein.

Patrick Lüthy/bar

«Der Kanton Solothurn geht unbeirrt den eingeschlagenen Weg mit der Sanierung der Strasse über den Passwang weiter», sagt Christoph Saner. Er ist Landwirt auf dem Dubhof in Ramiswil, in Beinwil aufgewachsen und als Fürsprecher der Landwirte am Passwang seit der Sanierung der Passstrasse tätig. «Als Landwirt und direkt Betroffener von den baulichen Massnahmen ist man das letzte Glied in der Kette», beschreibt er das Gefühl seiner Berufsgenossen am Passwang. «Der Kanton ignoriert die Bedürfnisse der Bauern.»

Mit aller Arroganz werde ein Strassenbauprojekt gepusht, das nur eines wolle: eine 1000-prozentige Sicherheit für den Strassenbenutzer auf Kosten der Landwirte am Passwang. «Die Bewirtschaftungsmöglichkeit und der Verschleiss an Kulturland spielen scheinbar dabei keine Rolle», so Saner.

Er beschreibt einen konkreten Problemkreis, das Wasser im Passwanggebiet: «Mit dem gesammelten Strassen- und Hangwasser werden beidseits des Passwangs kleinste Bächlein geflutet und damit ausgeschwemmt. So wird die Bewirtschaftung enorm erschwert.» Die vorgebrachten Argumente seitens der Landwirte würden durch die Planer und Beamten einfach ignoriert. Er meint gar: «Mit Täuschungen wird versucht, die Bauern zu verunsichern», kritisiert Saner die Behörden.

Der Schutzzaun im Bereich Stucketen an der Passwangstrasse gefällt den Bauern nicht.

Der Schutzzaun im Bereich Stucketen an der Passwangstrasse gefällt den Bauern nicht.

Solothurner Zeitung

Securitas nicht wegen der Coronasituation

Vergangene Woche fand ein Info-Anlass zur Mitwirkung für die Sanierung der Passwangstrasse Nord, 2. Phase im Schulhaus Beinwil statt (wir berichteten). «Der dort aufgebotene Securitas-Mann war nicht coronabedingt vor Ort, wie in dieser Zeitung beschrieben», ist Saner überzeugt. «Nein, es wurde befürchtet, dass die dort aufgelegten Pläne von aufgebrachten Bauern hätten verrissen werden können.»

Saner und seine Berufskollegen beanstandeten am Info-Anlass: «Auf allen Plänen fehlen die Koordinaten. Auf eine Profilierung im Gelände wird sowieso verzichtet. Gegen was will sich ein Bauer also wehren, wenn er überhaupt nicht weiss, wo die Strasse genau gebaut wird?»

Zum Beispiel unnötig grosszügige Maschinenwege

Auch mit den bereits angebrachten Steinschlagschutznetzen im Bereich Stucketen sind die Bauern gar nicht einverstanden. «Es ist nicht die Holzerei im sehr sonnenexponierten und von Trockenheit geplagten Buchenwald, die uns Sorge bereitet», wird gesagt. «Es sind die sehr grosszügig angelegten Maschinenwege, welche aus unserer Sicht nie nötig sind, um an diesen Stellen zu holzen.»

Beim Erstellen der Betonfundamente für das Steinschlagschutznetz seien grosse Flächen unnötig abhumusiert worden und damit für den Bewirtschafter und dessen Weidetiere unbenutzbar gemacht worden.

Er und seine Berufskollegen sind überzeugt, dass man von der Strasse aus mit einem Erdbohrer die Fundamente hätte bohren können. «So wäre nicht nur die Weide verschont geblieben, auch die Kosten wären sicher um das Zehnfache geringer gewesen.»

Eine Sache stört Saner ganz besonders: «Die Bauern haben von ihnen verlangte Akten im Voraus nicht bekommen und über keine Massnahme wurde ein Papier erstellt.» Er macht ein Beispiel: «Es ist nicht einzusehen, warum das zunächst geplante, direkt an der Strassenmauerkrone Steinschlagschutznetz nun einige Meter in der Weide steht.»

Man werde nun die Akten über einen Anwalt einzufordern, sagt Saner abschliessend. «Werden die seit Wochen verlangten Akten weiterhin nicht ausgehändigt, bleibt uns nur noch der gerichtliche Weg.»