Kanton Solothurn
Unia-Sektionsgruppen blicken auf ein turbulentes Jahr zurück

Die Generalversammlung der Sektionsgruppen stand im Zeichen der Mindestlohninitiative und des Stellenabbaus bei der Bosch-Scintilla in Zuchwil. Weiter blickte man auch die zahlreichen personellen Veränderungen im vergangenen Jahre zurück.

Rebekka Balzarini
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Lernende machen fast fünf Prozent der Mitglieder der regionalen Unia-Sektionsgruppen. (Symbolbild)

Lernende machen fast fünf Prozent der Mitglieder der regionalen Unia-Sektionsgruppen. (Symbolbild)

Keystone

Die regionalen Unia-Sektionsgruppen Biel-Seeland, Solothurn-Grenchen und Olten-Gäu haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Dies spiegelte sich auch an der Generalversammlung im Solothurner Landhaus. «Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren». Mit diesem Zitat zeigte Sektionssekretär Ivano Marraffino, unter welchem Motto die Unia im letzten Jahr den Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten führte.

Das Jahr 2013 hatte die regionalen Sektionen vor viele Herausforderungen gestellt. So gab es mehrere personelle Veränderungen: Regionssekretär Beat Jost musste Ende Jahr aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Seine Funktion übernahm Jesus Fernandez, der vorher als Standortleiter der Sektion Olten tätig gewesen war. Neuer Standortleiter in Olten wird Raffaele Mitrucci. Auch in Solothurn gab es Veränderungen. Ivano Maraffino trat letztes Jahr die Nachfolge des langjährigen Sektionsleiters Markus Baumann an. Baumann ist neu für die regionalen Arbeitslosenkassen verantwortlich. Weiter mussten im letzten Jahr die 2012 beschlossene Neuausrichtung umgesetzte werden. «Gerade in solchen Momenten ist es wichtig, Stärke zu behalten, den Überblick zu wahren und die Ziele im Fokus zu behalten», betonte Jesus Fernandez in seinem Jahresbericht.

Gewerkschaftlicher Teilerfolg

Eine der grössten Herausforderungen im letzten Jahr war der Kampf gegen den Kahlschlag bei Bosch-Scintilla in Zuchwil. Die Unia hatte mit ihrem Einsatz gegen den Abbau von 330 Arbeitsplätzen gar für internationale Schlagzeilen gesorgt. Es war ihr schliesslich gelungen, eine Stellengarantie für alle Angestellten bis mindestens März 2015 und eine Verbesserung des Sozialplanes mit Frühpensionierungen zu erwirken. Zu verdanken seien diese Erfolge hauptsächlich dem grossen Einsatz der Belegschaft, die nicht aufgehört hätten, an eine Zukunft der Bosch-Scintilla in Zuchwil zu glauben, betonte Ivano Marraffino.

Und bereits steht ein weiteres wichtiges Ereignis vor der Tür: die Abstimmung über die Mindestlohninitiative am 18. Mai. Als Gastredner war SP-Nationalrat Philipp Hadorn eingeladen. «Die Mindestlohninitiative ist ein Puzzleteil für eine gerechtere Welt», begann er seine Rede. Und dafür lohne es sich, zu kämpfen. Bei der Unia hat man sich nun zum Ziel gesetzt, bis zur Abstimmung noch möglichst viele Leute von einem Ja zur Initiative zu überzeugen.

Dass die Arbeit der Unia notwendig ist, zeige die steigende Zahl der neuen Mitgliedschaften, vor allem in der Sektion Olten. Dort wuchs die Zahl der Gewerkschafter um 68 Personen an. Davon überzeugt, dass es die Gewerkschaften weiterhin braucht, ist auch Hugo Geiser aus Langendorf. Er war der Gewerkschaft 1944 beigetreten und feierte dieses Jahr sein 70-Jahr-Jubiläum. In dieser Zeit habe sich einiges verändert. «Wir kämpften damals einen anderen Kampf, und wir haben viel erreicht. Wir mussten uns zum Beispiel noch dafür einsetzen, dass jeder zwei Wochen Ferien im Jahr erhielt.» Es sei schön, zu sehen, dass bis heute viel für den Schutz der Arbeitnehmer gemacht werde. Dass auch die Nachwuchsförderung bei der Unia funktioniere, zeige die relativ hohe Zahl von Lernenden unter den Mitgliedern. Sie machen fast fünf Prozent der Gewerkschafter aus. Die Erfolgsrechnung des Jahres 2013 schloss man mit einem Mehraufwand von 235 658 Franken. Nach Entnahme dieses Betrages aus der Reserve konnte das Jahr trotzdem ausgeglichen abgeschlossen werden.