ABB Turbo Systems AG
Unia: «ABB betreibt Stellenabbau auf Vorrat» - ABB wehrt sich

Bei ABB Turbo Systems AG stehen Restrukturierungen in Deitingen, Baden und Klingnau an. Gemäss ABB-Plänen sind über 200 Beschäftigte direkt betroffen. Die Gewerkschaft Unia kann die «Rosskur» nicht verstehen. Sie spricht von Entlassungen auf Vorrat.

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Arbeiter im Werk Baden der ABB Turbo Systems (Archiv)

Arbeiter im Werk Baden der ABB Turbo Systems (Archiv)

Keystone

«Verschiedene Faktoren lassen vermuten, dass die ABB beim Umfang der Restrukturierung Stellenabbau auf Vorrat betreibt», schreibt die Gewerkschaft Unia der Sektionen Aargau und Biel-Seeland/Solothurn am Dienstag in einem Communiqué. Dies insbesondere deshalb, weil offenbar die «sinnvolle Einführung von Kurzarbeit, die zumindest eine teilweise Überbrückung einer Auftragsdelle von bis zu zwei Jahren ermöglichen würde, nicht ernsthaft geprüft wurde». Die Kurzarbeit sei auch aus einseitigen Geschäftsüberlegungen verworfen worden.

Weiter habe sich in den letzten Wochen der Frankenkurs zum Besseren entwickelt, was der exportorientierten Industrie mehr Luft verschaffen dürfte, schreibt die Gewerkschaft. Sie fordert die ABB deshalb auf, den Umfang der Restrukturierungspläne bei der ABB Turbo Systems noch einmal zu überdenken.

«Problem nicht innert zwei, drei Jahren lösbar»

ABB-Pressesprecher Lukas Inderfurth ist irritiert über die Meldung der Unia. «Wir haben sämtliche Optionen seriös und gründlich geprüft, und zwar gemeinsam mit dem Angestelltenrat. Dieser ist auch über unseren Bestellstatus informiert, was Aussenstehende nicht sind.»

Gemeinsam sei man zum Schluss gekommen, «dass das Problem nicht innert zwei, drei Jahren gelöst werden kann, weshalb Kurzarbeit für uns nicht infrage kommt». Aus demselben Grund wehre er sich auch gegen den Vorwurf von Entlassungen auf Vorrat.

Ihr Ziel sei es, «die Standorte zu konzentrieren, damit die ABB Turbo Systems AG aus der Schweiz heraus wettbewerbsfähig bleiben kann», so Inderfurth.

Über 200 Beschäftigte entlassen oder versetzt

Der Betrieb der ABB Turbo Systeme in Deitingen mit 105 Angestellten soll bis Mitte 2014 geschlossen werden. 46 von ihnen würden sofort ihre Stelle verlieren, 59 wird eine Versetzung nach Baden und Klingnau angeboten, was bei einigen Betroffenen zu wesentlich längeren Arbeitswegen führen würde. Gleichzeitig sollen in Baden und in Klingnau zusammen 99 Stellen abgebaut werden. Damit sind von der Gesamtrestrukturierung über 200 Beschäftigte und ihre Familien betroffen. (ldu/aw)