Es sorgte für Schlagzeilen, als diese Zeitung im Frühling publik machte, dass der Feldbrunner Spitzensportlerin Daniela Ryf 8000 Franken aus dem kantonalen Sportfonds ausbezahlt wurden. Schliesslich verdient die erfolgreiche Triathletin Preisgelder im siebenstelligen Bereich.

Am Dienstag nun diskutierte der Kantonsrat über die Vergabe. Denn SVP-Kantonsrat Roberto Conti (Solothurn) hatte von der Regierung Auskunft verlangt, nach welchen Kriterien Sportfondsgelder vergeben werden.

Schliesslich stünden Gelder gemäss den Richtlinien grundsätzlich nicht-kommerziell ausgerichteten Vereinen oder Einzelsportlern zu. Doch mit diesem Argument stiess Conti ausserhalb der SVP-Fraktion auf kein Gehör. Wer so erfolgreich sei wie Daniela Ryf, der verdiene auch (finanzielle) Anerkennung, fand die Ratsmehrheit. Vergeblich versuchte Conti zu erklären, dass es ihm nicht um die Würdigung oder Nicht-Würdigung der Leistung der Spitzensportlerin gehe. «Dass Daniela Ryf eine Ausnahmekönnerin ist, ist klar.» Ihm ging es um den ordnungspolitischen Grundsatz. Für den Breitensport seien 8000 Franken viel Geld.

Anerkennungspreise würden für Leistungen vergeben, fand dagegen SP-Sprecherin Christine Bigolin. Und somit habe Ryf den Anerkennungspreis zweifellos verdient. Schliesslich habe sie auch jahrelang mit ungewisser Aussicht trainiert. «Der Preis wurde für eine ausserordentliche Leistung vergeben», fand auch Nicole Hirt (GLP, Grenchen) namens der Mittefraktion.

Richtlinien werden geändert

Differenziert sah es Grünen-Sprecherin Doris Häfliger (Solothurn). Wer die 8000 Franken als Förderbeitrag verstehe, könne entrüstet sein. Wer sie als Anerkennungspreis für Ryfs Leistung verstehe, müsse sie gutheissen.

Stolz auf die bekannte Einwohnerin zeigte sich Feldbrunnens Gemeindepräsidentin Anita Panzer. «Spitzenleistungen sollten ungeachtet des Lohnzettels honoriert werden. Oder sollen nur noch arme Sportler und Künstler ausgezeichnet werden?»

«Ist die Abzockerdebatte jetzt bei den Sportpreisen angekommen?», wollte gar GLP-Kantonsrat Markus Knellwolf wissen. «Wenn man Leute wie Daniela Ryf nicht auszeichnen kann, ist das erbärmlich.» Ryf habe die 8000 Franken zudem an Vereine gespendet – und nicht erst in diesem Jahr, sondern jeweils bereits zuvor. Kein Problem sah auch der zuständige Regierungsrat Peter Gomm. Er kündigte jedoch an, die Richtlinien für den Sportfonds so zu ändern, dass künftig keine Missverständnisse mehr entstehen könnten.

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