So wenige Unfälle haben die Solothurner noch nie gebaut – seit die Polizei 1989 begonnen hat, die Daten zu erheben. 1187 Unfälle geschahen 2014 auf den Solothurner Strassen. Das sind 89 – oder 6,5 Prozent – weniger als 2013. Sowohl inner- als auch ausserorts und auf der Autobahn gingen die Unfälle zurück. Für Yves Staub, den Chef Verkehrstechnik bei der Kantonspolizei, sind die tiefen Zahlen besonders bemerkenswert. Schliesslich «hat die Verkehrsdichte seit 1989 massiv zugenommen».

Sieben Verkehrstote im 2014

Zwar haben sich insgesamt leicht mehr Personen bei den Unfällen verletzt, nämlich 792 statt 784 wie im Vorjahr. Dafür ist die Zahl der Schwerverletzten von 96 auf 83 gesunken. Auf den Solothurner Strassen verloren 2014 sieben Menschen ihr Leben – 2013 waren es 13. Es gab elf Schwerverletzte Fussgänger, neun Velo- und 27 Motorradfahrer sowie 27 Autoinsassen.

Unter den Verletzten befanden sich 2014 allerdings weniger Velofahrer (74 statt 125) und Fussgänger (45 gegenüber 59 im Vorjahr). Erstmals hat die Kantonspolizei auch die Zahl verunfallter E-Biker erhoben. Es waren 18, vier verletzten sich schwer.

«Auffällig ist die Zunahme der verunfallten Motorrad- und Kleinmotorradfahrer», hält Yves Staub fest. Insbesondere bei den grösseren Maschinen macht er ein Schema aus: Oft seien die Unfallfahrer zwischen 50 und 54 Jahre alt und hätten sich ein neues Hobby gegönnt. Grundsätzlich gilt: «Das Unfallrisiko ist bei Motorrädern im ersten Jahr am grössten. Die Lenker sind noch nicht unbedingt erfahren», so Staub. Bei den Autos ist das Unfallrisiko in den ersten sieben Jahren am höchsten.

Kontrollen senken Unfallzahlen

Häufigster Unfallgrund war auch 2014 das Missachten des Vortritts, gefolgt von Fahrbewegungen wie zu nahes Aufschliessen. An dritter Stelle folgt neu die mangelhafte Bedienung des Fahrzeugs. Laut Yves Staub hat auch dies einen Zusammenhang mit den zunehmenden Unfällen von Motorradfahrern. «Falsch zu schalten hat schneller Konsequenzen als beim Auto.»

Bei den Gründen nach hinten gerutscht ist dagegen das Fahren unter Alkoholeinfluss. Die Polizei führt das darauf zurück, dass sie nach einer Zunahme von Unfällen mit Alkohol 2013 verstärkt kontrolliert hat. Auch zu schnelles Fahren gehört nicht mehr zu den Hauptgründen für Unfälle. – Auch dies führt die Polizei auf ihre Geschwindigkeitskontrollen zurück. Polizeikommandant Thomas Zuber will denn auch eine möglichst breite Abdeckung der Radarkontrollen sicherstellen, «damit das Entdeckungsrisiko hoch ist».

89 Prozent der Radarkontrollen geschehen mit mobilen Messgeräten. Diese sind erfolgreich – und sind für den weitaus grössten Teil der Bussen verantwortlich, auch wenn 72 Prozent der Zeit, in der Radargeräte in Betrieb sind, auf die semistationären Anlagen entfallen. Für Staub ist das ein Zeichen, dass die mobilen Geräte an den wichtigen «neuralgischen Punkten eingesetzt werden».

Weniger Unfälle dank Baustelle

Am Ende ihrer Präsentation der Verkehrsunfallzahlen hat die Kantonspolizei auch mit einer falschen Annahme aufgeräumt: Während des 6-Spur-Aufbaus bei Härkingen zählte die Polizei weniger Unfälle bei der Baustelle als auf der gleichen Strecke zuvor. Yves Staub führt dies auf die immer wieder veränderte Situation zurück. «Die Aufmerksamkeit war so höher.»