Coronalockdown

Unerwartet schnelle Öffnung: So können die Solothurner Museen besucht werden

Eine der aktuellen Ausstellungen im Kunstmuseum Solothurn: Genius Loci Salodorensis.

Eine der aktuellen Ausstellungen im Kunstmuseum Solothurn: Genius Loci Salodorensis.

Die Museen dürfen fast einen Monat früher als geplant öffnen. Wie sehen die Schutzkonzepte im Kanton Solothurn aus?

Noch bis vor gut einer Woche glaubten die Verantwortlichen der Museen in der Schweiz, dass ihre Häuser aufgrund der Coronakrise noch mindestens bis zum 8. Juni geschlossen bleiben müssen. Doch dann hiess es: Öffnung ab 11. Mai möglich. Eine schöne Botschaft, doch nun müssen die Institutionen ganz rasch Schutzkonzepte erarbeiten, wie sie mit der neuen «offenen» Situation umzugehen gedenken. «Wir konnten uns dabei an die Richtlinien des Bundes und des Verbandes Schweizer Museen VMS halten», sagt der Direktor des Kunstmuseums Solothurn, Christoph Vögele. Auch seine Kollegen im Kanton hätten dies getan, weiss er.

«Je nach baulicher Möglichkeit eines Hauses wirken sich die Schutzmassnahmen mehr oder weniger für das Publikum aus», sagt Vögele. Die Empfehlung sei, eine Person pro 10 Quadratmeter ins jeweilige Haus zu lassen. «Für unser Haus, das über insgesamt 1600 Quadratmeter auf drei Stockwerken verfügt, hiesse das 160 Personen. Eine Zahl, die wir an einem normalen Besuchstag selten erreichen. Also haben wir beschlossen, unsere Zahl auf 80 zu setzen.»

In den grossen Sälen des Kunstmuseums haben die Besucher genügend Platz, die Zwei-Meter-Distanz-Regel einzuhalten. «Dennoch wird es Bodenmarkierungen geben, eine definierte Eingangs- und Ausgangstüre und Plexiglasscheiben beim Infoschalter. «Wir selber geben keine Masken ab. Auch unsere Mitarbeiter haben keine Maskenpflicht», so Vögele. Er meint, in einem Kunstmuseum, wo man ohnehin nichts anfassen dürfe, sei es einfacher, das geforderte Schutzkonzept anzuwenden.

Eine Ampel, die auf Rot oder Grün steht

Tatsächlich stellen sich Naturmuseumsleiter Thomas Briner etwas andere Fragen. «Wir haben unseren kleinen Raum, in dem Tierstimmen gehört werden können, geschlossen. Hier kämen sich die Besucher zu nahe.» Und auch bei den erlaubten Besucherzahlen sieht es im Naturmuseum etwas anders aus. «Bei uns können sich maximal 50 Besucher – Erwachsene oder Kinder – gleichzeitig im Haus aufhalten.» Ein Ampelsystem macht aufmerksam darauf, wie viele Personen sich im Naturmuseum aufhalten. Änderungen wird es sicher auch im Museumsshop geben, sagen die Museumsverantwortlichen.

Im Kunstmuseum ist dieser fast vollständig aufgehoben; Karten können nicht gekauft werden. Hingegen sei es möglich, sich an der Theke ein Getränk zu holen, welches dann an einem Tisch –auch draussen im Park – in ausreichendem Abstand konsumiert werden kann. Im Museum Altes Zeughaus MAZ, mit vielen Touchscreens und Möglichkeiten, etwas in die Hand zu nehmen, muss besonders aufgepasst werden. «Die vier Stockwerke haben je eine Fläche von 400 Quadratmetern.

Das bedeutet, dass sich maximal 80 Personen gleichzeitig im Museum aufhalten dürften, heisst es im Schutzkonzept auf der Homepage. «Die Besucher werden gezählt und auf die Massnahmen aufmerksam gemacht. Die Aufsichten sind befugt, bei einem Verstoss gegen die Abstandsregeln einzugreifen. Gegenstände und Multimedia-Stationen, Touchscreens, die von der Kundschaft angefasst werden können, werden entfernt oder regelmässig desinfiziert. Die Besucher werden auch gebeten, sich selbst durch anschliessendes Händewaschen zu schützen. Und: Der Züghus-Joggeli wird nicht zu sehen sein.

Im Haus der Museen: 50 Besucher

Auch im Haus der Museen in Olten gibt es ein Schutzkonzept. Hier dürfen sich nur 50 Personen gleichzeitig aufhalten. Die Anzahl Personen pro Etage wurde auf maximal 20, im Archäologischen Museum maximal 10 Personen, festgelegt. Dazu gibt es nummerierte Zutrittskarten. Die interaktiven Elemente sind alle ausser Betrieb. Handschuhe und Desinfektionsmittel werden zur Verfügung gestellt.
So überraschend die Wieder-Öffnung kam, so überraschend gut sind die Häuser vorbereitet. Etwas länger Zeit lässt sich das Kunsthaus Grenchen. Hier öffnet man erst ab dem 27. Mai wieder.

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