Pistenverlängerung
Umweltverbände kämpfen für «ungeschmälerten Erhalt der Witi-Schutzzone»

Dass die neue Ost-Variante für die Pistenverlängerung beim Flughafen Grenchen «keine akzeptable und umweltverträgliche Lösung» darstellt, davon sind die Solothurner Umweltverbände überzeugt.

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Der Flughafen möchte die heute 1000 Meter lange Piste um 450 Meter verlängern. Die Regierung sieht einzig eine Verlängerung in die Witi als übrig gebliebene Option.

Der Flughafen möchte die heute 1000 Meter lange Piste um 450 Meter verlängern. Die Regierung sieht einzig eine Verlängerung in die Witi als übrig gebliebene Option.

Hanspeter Bärtschi

Für den Solothurner Regierungsrat ist in Sachen Pistenverlängerung nur die Lösung Richtung Osten vertretbar. Bis Anfang 2015 soll ein Grundsatzentscheid zum Projekt gefällt werden.

Der Regierungsrat fordere, dass das Projekt den Grundsätzen der Nachhaltigkeit genügen müsse, da es in einer besonders sensiblen Landschaft geplant sei, schreiben Solothurner Umweltverbände in einer Medienmitteilung.

Umweltverbände, die sich gegen die Ost-Variante einsetzen

Pro Natura Solothurn, Vogelschutzverband des Kantons Solothurn, WWF Solothurn, Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare (ASA), Solothurner Kantonaler Fischereiverband, VCS Solothurn, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz

Die Landschaft sei aber nicht nur sensibel, «sie ist auch geschützt, denn die Verlängerung käme vollständig und zentral in die Witi-Schutzzone zu liegen».

«Massiv beeinträchtigt»

Der Bund habe die hohe ökologische Bedeutung der Witi-Ebene erkannt, und rund 160 Mio. Franken in den Witi-Tunnel investiert, «um den wertvollen Lebensraum zu erhalten und nicht vollständig durch die Autobahn zu zerschneiden». Als Garantie zum zukünftigen Erhalt und zum Schutz der Aareebene habe der Regierungsrat die Kantonale Landwirtschafts- und Schutzzone Witi geschaffen.

«Die Witi-Schutzzone würde mit der geplanten Pistenverlängerung massiv beeinträchtigt», heisst es. Lebensraum von gefährdeten Tierarten wie Feldhase, Weissstorch, Kreuzkröte würde zerstört werden. Wertvolle periodisch vernässte Flächen, die regelmässig von Zugvögeln und Amphibien genutzt werden, gingen verloren. «Der regionale Wildtierkorridor würde extrem eingeengt, der Riederengraben und der Witibach müssten im Bereich der neuen Piste eingedolt werden», geben die Verbände zu bedenken. Insgesamt würden gut 5 Hektaren Fruchtfolgefläche verloren gehen.

Obwohl immer wieder betont werde, dass im Projekt den Umweltinteressen eine hohe Bedeutung zukomme, würden kaum konkrete ökologische Ersatzmassnahmen genannt. «Aus der Sicht der Umweltverbände sind auch nur annähernd adäquate Ersatzmassnahmen unrealistisch und nicht umsetzbar, da sie auf weiteren landwirtschaftlichen Flächen zu liegen kämen, was den Verlust von weiteren Fruchtfolgeflächen für die Landwirtschaft zur Folge hätte».

Ein weiterer problematischer Punkt für die Umweltverbände: «Die wirtschaftlichen Argumente für den Pistenausbau werden sehr pauschal begründet.» Zudem seien die Fortschritte in der Flugzeugentwicklung nicht mit einbezogen worden.

«Die Solothurner Umweltverbände wehren sich nicht gegen eine Güterabwägung, welche auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte berücksichtigt», stellen sie im Communiqué klar.

Gerade der Nutzen einer Pistenverlängerung für die Wirtschaft habe aber bisher nicht belegt werden können. Die Verlängerung in der vorgeschlagenen Form werde deshalb «integral» abgelehnt. Die Verbände stellen sich stattdessen für den «ungeschmälerten Erhalt der Witi-Schutzzone» ein. (mgt/ldu)