Weissenstein
Umweltverbände erheben Einspruch: Die drei Hellsten sollen nicht die ganze Nacht leuchten

Umweltverbände werden Einsprache gegen die neuen Lichter auf dem Kurhaus Weissenstein erheben, da sie einen starken Einfluss auf die Natur haben.

Judith Frei
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Unnötige Lichtemission?

Unnötige Lichtemission?

zvg

Die drei hellsten Solothurner werden bei der Abenddämmerung eingeschaltet und bei der Morgendämmerung gehen sie wieder aus. Gesteuert sind sie von einer astronomischen Uhr. Schon über 100 Jahren leuchten sie vom Hausberg. Seit August 2019 sind es aber nicht mehr die Quecksilberleuchten, sondern LED-Strahler. Diese Lampen wurden im Zuge des Umbaus des Kurhauses installiert. Das Licht, das jetzt vom Berg strahlt erscheint seither merkbar kühler. «Wir haben einige Beschwerden aus der Bevölkerung erhalten, dass das Licht als störend empfunden wird», sagt Lukas Schuler, Präsident von Dark-Sky Switzerland.

Diese Organisation versucht die Lichtverschmutzung in der Schweiz zu mindern. «Wenn sich Anwohner beschweren, dann gibt es meistens einen Grund», sagt Schuler. Trotzdem hat er noch Messungen vorgenommen und festgestellt, dass das Licht auch objektiv stört. Es enthalte kurzwelliges Licht, was als aggressiv und kalt wahrgenommen wird. «Ein Licht mit hoher Farbtemperatur imitiert Tageslicht», sagt er. Deswegen sollt man zugunsten der Natur unbedingt auf dieses Licht verzichten.

Haben die Lichter heute noch ihre Berechtigung?

Schuler sei es bewusst, dass dieses Licht in Solothurn als Wahrzeichen gilt. «Wenn es sich aber nur um eine Inszenierung handelt, dann hat das Licht keine Berechtigung mehr», erklärt er. Er weist darauf hin, dass in der Schweiz die Lichtverschmutzung jährlich steigt. «Auch im Jura haben wir keine dunklen Flächen mehr», sagt er. Um dem entgegenzuwirken, sei es wichtig, unnötige Lichtquellen auszuschalten. Deswegen wird Dark-Sky Einsprache gegen die neuen Lichter einreichen.

Weitere Umweltverbände sind auf diese Lichter aufmerksam geworden. «Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um diese Lichter neu zu überprüfen», erklärt die Geschäftsführerin von Pro Natura Solothurn, Ariane Hausammann. Man müsse jetzt eine Interessensabwägung machen, ob man der Tradition Rechnung tragen will, oder ob man die Natur vom Licht schützen will. Es gehe um das Wohl der Vögel, Insekten und Fledermäuse. Pro Natura fordert in ihrer Einsprache, dass die Lichter wenigstens von 22 Uhr bis um 6 Uhr ausgeschaltet bleiben.

Dem schliesst sich auch BirdLife Solothurn an. Die Lichter stören die Orientierung der Vögel, die dank den Gestirnen die Richtung finden. «Zwei-drittel aller Vögel ziehen in der Nacht», erklärt Thomas Lüthi, Vize-Präsident von BirdLife Solothurn. Diese werden von den Lichtern angezogen und geraten in eine Art Sog, aus dem sie kaum mehr herauskommen. Im Herbst ziehen die meisten Vögel Richtung Süden, dann wird das Licht durch den Nebel diffuser. «Dadurch erscheint das ganze Gebiet über dem Weissenstein heller, wo eigentlich Dunkel-heit herrschen sollte», sagt Lüthi. Ein Abschalten in der Nacht wäre schon ein grosser Vorteil für die Vögel.

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