Sturmwetter
Umgestürzte Bäume: Sturmwetter hält Polizei auf Trab – schicken Sie uns Ihre Fotos und Videos!

Der Sonntag war in den Kantonen Solothurn und im Aargau von kräftigem Regen und starkem Wind geprägt: Bei der Kantonspolizei hat bis am Abend rund 65 Mal das Telefon geklingelt. Bäume stürzten um und Wahlplakate flogen durch die Gegend.

Noemi Lea Landolt und Elia Diehl
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Unwetter im Aargau (12.11.2017)
7 Bilder
Sturmwetter im Aargau: Auf der Barmelweid ist am Sonntag bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern ein Baum umgestürzt.
Auch in Döttingen blockierte ein umgestürzter Baum eine Brücke über den Binnenkanal.
Die Feuerwehr Döttingen-Klingnau-Koblenz musste zur Brücke bei der Döttinger Post ausrücken, um die Blockade zu beseitigen. Die Bilder stammen von Kommandant Marco Koller.
Starker Wind in der Aarauer Telli riss mit oder warf um, was nicht niet- und nagelfest war.
Starker Wind in der Aarauer Telli riss mit oder warf um, was nicht niet- und nagelfest war.
Starker Wind in der Aarauer Telli riss mit oder warf um, was nicht niet- und nagelfest war.

Unwetter im Aargau (12.11.2017)

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Mit Geschwindigkeiten bis zu 70 Kilometern pro Stunde hat der Wind gestern geblasen. Dazu hat es kräftig geschüttet. Vereinzelt war sogar ein Donnergrollen zu hören. Im Aargau stürzten Bäume und Bauabschrankungen um. Was nicht genug gut angebunden war, flog durch die Luft.

Die Kantonspolizei Aargau, die Feuerwehren und Mitarbeiter der Bauämter hatten viel zu tun. «Bis jetzt sind bei uns 52 Meldungen eingegangen», sagte Max Suter, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, am Sonntagabend gegenüber der AZ. Verletzte habe es keine gegeben.

Auf der Barmelweid ist eine Tanne auf die Strasse gestürzt. Bis der Stamm zersägt und die Äste weggeräumt waren, gab es für Autos und Busse kein Durchkommen. Auch auf der Hauptstrasse zwischen Wohlen und Bremgarten versperrte ein umgekippter Baum den Weg.

In Frick ist gemäss Kapo-Sprecher Max Suter am Sonntagmorgen der Keller des Werkhofes überflutet worden. «Weil der Bach in der Nähe zu viel Wasser führte.»

Auch im Zurzibiet stürzten Bäume um. So blockierte bei der Döttiger Post ein Baum die Brücke über den Binnenkanal. Die Feuerwehr Döttingen-Klingnau-Koblenz rückte aus, um die Blockade zu beseitigen. Auch in Klingnau und Böttstein waren die 16 Feuerwehrleute im Einsatz. Auf der Bruggerstrasse Richtung Leuggern mussten mit einem Traktor zwei weitere Bäume geräumt werden. Zudem mussten Bauabschrankungen aufgestellt und eine Vielzahl Äste von Trottoirs entfernt werden.

Schicken Sie uns auch ihre Videos vom Sturmwetter an online@azmedien.ch.

undefined vom Sturmwind.ch gestern Sonntagnachmittag 12.11.2017 promt geliefert.
2 Bilder
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65 Meldungen in Solothurn

Auf der Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn gingen rund 65 Meldungen ein. Zirka 50 Meldungen wegen dem starken Wind (umgestürzte Bauabschrankungen, losgelöste Plachen, heruntergefallene Äste, umgestürzte Bäume, lose Dachziegel) und zirka 15 Meldungen wegen eindringendem Wasser in Liegenschaften, was jeweils ein Aufgebot der zuständigen Feuerwehr nach sich zog. Verletzt wurde nach derzeitigen Erkenntnissen niemand und auch die Schäden dürften eher gering sein, teilt die Kantonspolizei mit. Die meisten Meldungen gingen am Sonntag zwischen 15.30 und 19 Uhr ein, danach beruhigte sich die Situation merklich.

Auch im Tessin sorgten der Strum für Probleme: Die heftige Winde beschädigten das Zelt des Circus Knie, der am Sonntagnachmittag in Bellinzona sein Gastspiel beendet hatte.

Böen von bis zu 140 Stundenkilomenter

Den stärksten Windstoss von 143 Stundenkilometern erfassten die Messgeräte auf dem Luzerner Hausberg Pilatus. Böen von 131 Stundenkilometern respektive 129 Stundenkilometern wurden auf dem La Dôle im Waadtländer Jura und dem Chasseral im Berner Jura gemessen. 126 Stundenkilometer gab es auf dem Bantiger bei Bern.

Nördlich der Alpen fiel zudem viel Regen, wie Meteonews schrieb. In Bern hagelte es ausserdem, Blitze zuckten und Donnern war zu hören. Die Unwetter begleiteten eine Kaltfront, die am Sonntagnachmittag von Westen her über die Schweiz zog. Für die Nacht erwarteten die Meteorologen kältere Temperaturen und Schnee bis in tiefe Lagen.

Im Kanton Bern hatten die Einsatzkräfte einiges zu tun wegen des Wetters. Bei der Kantonspolizei gingen bis am späten Nachmittag rund 30 Schadenmeldungen ein. Bäume stürzten auf Strassen und Baustellensignalisationen wurden weggeweht, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Bis zu 50 Schäden im Baselbiet

Die Berufsfeuerwehr der Stadt Bern musste wegen des Sturms ebenfalls ausrücken. Im Engeried stürzte ein Baum auf das Dach eines Bürogebäudes, wie die Feuerwehr auf Twitter meldete. Die Baselbieter Polizei zählte 40 bis 50 Schadenmeldungen, darunter ein beschädigtes Dach in Ettingen und einen Blitzeinschlag in Sissach.

In den St. Galler Dörfern Bad Ragaz, Pfäfers und Vättis fiel am Sonntagnachmittag rund eine Stunde lang der Strom aus. Orkanartige Böen hätten eine Freileitung beschädigt und Leiterseile aus ihrer Verankerung gerissen, teilten die St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG mit. Eine herunterhängende Freileitung blockierte vorübergehend eine Strasse.

Zirkuszelt beschädigt

Im Tessin beschädigten heftige Winde das Zelt des Circus Knie, der am Sonntagnachmittag in Bellinzona sein Gastspiel beendet hatte. Ein Sprecher der Tessiner Kantonspolizei bestätigte Meldungen von SRF und solocirco.net. Ein Arbeiter sei ganz leicht verletzt worden.

Laut Knie-Sprecherin Sara Hildebrand ereignete sich der Zwischenfall beim Abbau des Zelts. Dieses sei deshalb nicht mehr richtig verankert gewesen, sagte sie. Der Zirkus werde am Montag ausführlicher informieren, wenn die Schäden bekannt seien. Auf dem Tourneeplan stehen ab Dienstag Vorstellungen in Locarno.

Schuld am Zwischenfall in Bellinzona war die Kaltfront, die am Sonntagabend von Norden her auch das Tessin erreicht hatte, wie es bei Meteoschweiz auf Anfrage hiess.

Flugverkehr beeinträchtigt

Den Verkehr störte das Wetter ebenfalls: In der Region Bern war die S-Bahn-Strecke Bern-Schwarzenburg wegen eines umgestürzten Baumes rund vier Stunden lang unterbrochen. Auf dem Bodensee wurde der Fährbetrieb zwischen Romanshorn TG und Friedrichshafen (D) wegen der starken Winde eingestellt. Für mehrere regionale Linien meldete die Bahnverkehrsinformation zudem Fahrleitungsstörungen.

Auch den Flugverkehr brachte der Sturm etwas durcheinander. Der Genfer Flughafen meldete ab dem späten Sonntagnachmittag Verspätungen von bis zu drei Stunden. Drei Flüge wurden umgeleitet und einer annulliert. Der Grund seien heftige Querwinde, sagte ein Flughafensprecher.

In Zürich mussten zwei Flugzeuge für die Landung nach Genf und nach Stuttgart ausweichen, wie ein Sprecher sagte. Umgekehrt sei wegen des Sturms ein Flug mit Ziel Genf nach Zürich ausgewichen.

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