Solothurner Wirtschaftsverbände
Umfrage zeigt: Hiesige Unternehmen gehen von Umsatzrückgang um 9 Prozent aus

Das Coronavirus erschütterte sowohl den Solothurner Binnenmarkt als auch die Auslandnachfrage massiv. Eine Befragung der hiesigen Firmen zeigt, dass die Unternehmen in diesem Jahr durchschnittlich mit einem Umsatzrückgang um 9 Prozent rechnen.

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Die Solothurner Wirtschaft ist für ihre Präzision bekannt. Die Aussichten auf die zweite Jahreshälfte bleiben verhalten.

Die Solothurner Wirtschaft ist für ihre Präzision bekannt. Die Aussichten auf die zweite Jahreshälfte bleiben verhalten.

Oliver Menge

Durch den corona-bedingten partiellen Lockdown im Frühling erlebte zuerst der Solothurner Binnenmarkt eine Vollbremsung, bevor kurz darauf auch die Auslandnachfrage brutal einbrach. Die Solothurner Handelskammer und der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband haben nun bei ihren Mitgliederfirmen eine breit angelegte Umfrage durchgeführt. Verschiedene Indikatoren deuten darauf hin, dass die Talsohle mittlerweile durchschritten wurde, eine Normalisierung der Lage aber erst 2021 zu erwarten sei, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heisst.

Verhaltener Ausblick auf die zweite Jahreshälfte

Mitte August schätzten die Solothurner Unternehmen den Geschäftsgang des abgelaufenen ersten Halbjahres als ungenügend ein. Der gewichtete Durchschnitt aller Unternehmen lag als Schulnote ausgedrückt bei 3.8. Für das zweite Halbjahr (Note 4.0) sind die Unternehmen leicht optimistischer als für das durch den partiellen Lockdown geprägte erste Halbjahr. Die Befragung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Schwach sind die Aussichten vor allem für das Gastgewerbe, die Maschinen-, Elektro-, Uhren- und Metallindustrie sowie für das Papier- und Druckgewerbe. Zudem zeigt sich, dass die Absatzaussichten im Inland besser beurteilt werden als jene ins Ausland.

Für 2020 wird ein Umsatzrückgang um 9 Prozent erwartet

Über alle Branche betrachtet, erwarten die Solothurner Unternehmen gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang von rund 9 Prozent. Damit wird deutlich, dass die Coronakrise für die Solothurner Unternehmen einen tiefen Einschnitt bedeutet. Dem Rückgang kann sich dabei kaum eine Branche entziehen. Einzig der Finanzsektor erwartet für 2020 ein Umsatzplus. Die heftigsten Einbrüche zeigen sich beim Gastgewerbe, bei der MEM-, Uhren, Nahrungsmittel- und Kunststoffindustrie sowie im Autogewerbe und beim Handel.

Normalisierung erst 2021

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass nur rund 37 Prozent der Befragten eine Normalisierung bis Ende Jahr erwarten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen gehen davon aus, dass sich eine Normalisierung erst im Jahr 2021 einstellt. 12 Prozent der Befragten befürchten sogar, dass die wirtschaftliche Normalität bis 2022 oder noch länger auf sich warten lässt.

Personalbestand wird voraussichtlich nur leicht sinken

Fast 70 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass Sie keinen Personalabbau erwarten und in 12 Monaten gleich viele Mitarbeitende beschäftigen werden wie heute. Weitere 10 Prozent planen sogar ihren Personalbestand zu erhöhen. Auf der anderen Seite gehen rund 20 Prozent der Unternehmen davon aus, in 12 Monaten Personal abzubauen. In der Tendenz dürfte somit der Personalbestand wohl leicht sinken, angesichts der aktuellen Krisensituation dürfte der Rückgang aber – insbesondere dank dem Instrument der Kurzarbeit – verhältnismässig moderat ausfallen. (mgt)

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