Zürcher Kantonsrat
Umfassende Ideen gegen den Verkehrskollaps

Unterirdisch durchs Dietiker Zentrum, Südumfahrung, Wiedereröffnung des Heitersbergs auf Aargauer Seite und eine zweistöckige Führung der Bernstrasse. Mit diesen Vorschlägen gegen die hohe Verkehrsbelastung gelangen CVP, FDP, GLP und SVP an den Regierungsrat.

Matthias Kessler
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Engstringerkreuzung: Kann die Bernstrasse abgesenkt werden?bhi

Engstringerkreuzung: Kann die Bernstrasse abgesenkt werden?bhi

«Welche Möglichkeiten sieht der Regierungsrat, um mit einer zweistöckigen Strassenführung die Herweg- und Schönenwerdkreuzung vom Stau zu entlasten?» Dies wollen die drei Limmattaler Kantonsräte Rochus Burtscher (SVP, Dietikon), Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) und Brigitta Johner (FDP, Urdorf) in einer Anfrage vom Regierungsrat wissen.

Damit wird die vor einer Woche eingereichte Anfrage von Willy Haderer (SVP, Unterengstringen), Pierre Dalcher (SVP, Schlieren) und wiederum Burtscher konkretisiert; Haderer und seine beiden Mitstreiter hatten im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn verschiedene flankierende Massnahmen gefordert (Ausgabe vom 3.Juli).

Situation «nicht mehr tragbar»

Das Limmattal sei «durch verschiedene Verkehrsträger arg belastet, beziehungsweise häufig überlastet», wird in einer gemeinsamen Medienmitteilung aller an den Anfragen beteiligten bürgerlichen Kantonsräte festgehalten – zu ihnen zählen auch Andreas Geistlich (FDP, Schlieren), René Gutknecht (GLP, Urdorf) und Hanspeter Haug (SVP, Weiningen). Mit den täglichen Stausituationen vor dem Gubrist nehme «der Umwegverkehr sowie Schleichverkehr durch die Limmattaler Gemeinden Ausmasse an, die für die Wohnbevölkerung nicht mehr tragbar sind», halten sie unmissverständlich fest.

Ziel der verschiedenen Vorstösse ist es, die verschiedenen Verkehrsträger «gemeinsam und aufeinander abgestimmt» zu entwickeln, um den Verkehr zu verflüssigen.

Ein Dach für die Überlandstrasse?

Gefragt wird der Regierungsrat mit Blick auf die Situation in Dietikon auch, inwieweit eine unterirdische Verkehrsführung in Betracht gezogen werde, ob er bereit sei, den Durchgangsverkehr aus dem Aargau durch den Bau der Südumfahrung zu unterbinden und ob der Kanton Aargau
in die Pflicht genommen werde, «zum Beispiel mit der Wiedereröffnung des Heitersberg». Und: Ob der Regierungsrat bereit sei, die Überlandstrasse zwischen SBB-
Unterführung und Bunkerkreuzung zu überdecken, «sodass das neu entstehende Niderfeld auch zum Dietiker Stadtzentrum angebunden wird».

Den Fokus auf Schlieren richten Dalcher, Geistlich und Gutknecht mit ihrer Anfrage. Sie interessieren sich dafür, welche Dringlichkeit der Regierungsrat einer Tieferlegung der Bernstrasse im Bereich Engstringerkreuzung zubilligen, damit die Engstringerstrasse auf heutigem Niveau geführt werden kann.

Ebenso wollen sie wissen, auf welche Weise die Gabelung Bern-/Überlandstrasse und die Gaswerkkreuzung an das neue Verkehrsaufkommen angepasst würden, an welchen Standorten in Schlieren und Urdorf das System zur regionalen Verkehrssteuerung zum Einsatz kommen solle und wie die Anwohner vom zu erwartenden Mehrverkehr zu schützen seien.