Die Swisscom gerät in die Schlagzeilen. Von Tür zu Tür sollen ihre Verkäufer in Solothurn und Derendingen gezogen sein und Kunden der lokalen GAW Weissenstein verunsichert haben. Dies jedenfalls wirft die GAW der Konkurrentin in einem Flugblatt und auf ihrer Homepage vor.

Die GAW spricht von «üblen Werbemethoden» und aggressiven Verkaufsgesprächen mit falschen Behauptungen. So hätten Swisscom-Vertreter versucht, Verträge mit dem Argument zu verkaufen, GAW-Kunden könnten bald nicht mehr fernsehen.

«Jetzt baut Swisscom das Glasfasernetz. Sie müssen bei der GAW ihr Abo kündigen», sollen Swisscom-Vertreter an Türen gesagt haben. «Befremdet und enttäuscht» zeigt sich die GAW über die falsche Behauptung.

Feind und Freund gleichzeitig

Tatsächlich steckt hinter dem Streit eine - etwas paradox anmutende - Zusammenarbeit: Die Swisscom und die GAW verbauen gemeinsam in mehreren Gemeinden wie Solothurn, Biberist, Zuchwil und Langendorf ein Glasfasernetz. Während die Unternehmen die Leitungen gemeinsam in den Boden verlegen, sind sie beim Nutzen des Netzes wieder Konkurrenten.

Die Konkurrenz müsse wohl nervös geworden sein, weist Swisscom-Mediensprecher Christian Neuhaus die Vorwürfe zurück. «Wir halten uns an alle Vorgaben.» Anders sieht dies die GAW. Man begrüsse den Wettbewerb, heisst es im Flugblatt. «Dieser muss aber fair sein - ohne Lügen.»

Kein Grund für Wechsel

GAW-Geschäftsführer Marcel Eheim betont: «Es gibt keine Veranlassung, zu wechseln.» Sämtliche TV-, Radio- und Internet-Angebote der GAW könnten weiterhin (auch über Glasfaser) bezogen werden können. GAW-Kunden würden über allenfalls anstehende Veränderungen schriftlich informiert.

Bereits letzte Woche haben Swisscom-Verkäufer für Aufsehen gesorgt: In einer halbseitigen Anzeige in einer Gratiszeitung hat die Burgdorfer Kabelnetzbetreiberin Localnet der Swisscom vorgeworfen, in Burgdorf Unwahrheiten zu verbreiten. Bei der Swisscom weist man jegliche Vorwürfe dieser Art von sich.