Und: Die Revision soll nach dem Willen der Ratsmehrheit im Schnellzugstempo, das heisst bereits für die Kantonsratswahlen vom kommenden März, zur Anwendung kommen. Der Entscheid kam mit der Mehrheit der Stimmen einer unheiligen Allianz von FDP, SP und SVP zustande. Ins Visier genommen ist primär die CVP, mit ihrer äusserst erfolgreichen Listenverbindungs-Strategie.

Mit dem Entscheid hat der Regierungsrat den Auftrag gefasst, innert sechs Monaten einen Gesetzesentwurf zuhanden des Parlaments auszuarbeiten. Es ist davon auszugehen, dass es bei der Beratung im Kantonsrat dannzumal wieder ein ähnliches Abstimmungsresultat geben und das Zweidrittelquorum nicht erreicht wird. Deshalb dürfte es im November zu einer Volksabstimmung in dieser Sache kommen.

Einen von der CVP/EVP/GLP-Fraktion eingereichter Auftrag, es sei mit dem «doppelten Pukelsheim» die Einführung eines gänzlich neuen Wahlsystems zu prüfen, lehnte der Kantonsrat mit 51 zu 41 Stimmen ab. Damit ist offensichtlich der Versuch gescheitert, vor den Beratungen im Kantonsrat einen Kompromiss zu finden, der eine umfassende Prüfung verschiedener Varianten für eine Revision des Wahlgesetzes beinhaltet hätte. (ums.)