Pro Natura

Überdachung der A1 ist nicht so teuer wie behauptet

Die Umweltschutzorganisation argumentiert damit, dass die partielle Eindeckung der A1 im Gäu auf einer Länge von zwei Kilometern bedeutend günstiger sei, als vom Astra berechnet.

Die Umweltschutzorganisation argumentiert damit, dass die partielle Eindeckung der A1 im Gäu auf einer Länge von zwei Kilometern bedeutend günstiger sei, als vom Astra berechnet.

Pro Natura Solothurn unterstützt den Auftrag von SP-Kantonsrat Markus Ammann aus Olten. Ammann fordert den Regierungsrat dazu auf, umweltverträgliche Alternativen bei der Verbreiterung der A1 zwischen Luterbach und Härkingen zu prüfen.

Im Zentrum der Überlegungen steht eine Überdachung der A1 im Bereich des nationalen Wildtierkorridors bei Oberbuchsiten. Der Regierungsrat hat bereits im September 2014 aufgrund einer Kostenschätzung des Bundesamtes für Strassen (Astra) eine Eindeckung der A1 nicht mehr weiterverfolgen wollen (wir berichteten).

Aus ähnlichen Gründen erteilt die Regierung auch dem jetzt vorliegenden Auftrag von Markus Ammann eine Absage. Deshalb sei jetzt der Zeitpunkt für die Tunnelinitianten gekommen, sich offiziell für die Erheblicherklärung des Auftrags von Markus Ammann einzusetzen, hält Pro Natura in einer Mitteilung fest.

Die Umweltschutzorganisation argumentiert damit, dass die partielle Eindeckung der A1 im Gäu auf einer Länge von zwei Kilometern bedeutend günstiger sei, als vom Astra berechnet. «Laut den Berechnungen eines versierten Bauingenieurs müsste mit maximal 250 Mio. Franken Mehrkosten gerechnet werden, also der Hälfte der vom Astra geschätzten Mehrkosten.»

Ein Vergleich mit der Eindeckung der Grenchner Witi von 1,760 km Länge, welche insgesamt 150 Mio. Franken gekostet hat, zeige auf, dass die 500 Mio. Franken viel zu hoch veranschlagt wurden. «Zudem lag die Eindeckung in der Grenchner Witi voll im Grundwasser, welches im fraglichen Bereich im Gäu so tief liegt, dass es bautechnisch nicht relevant ist», führt Pro Natura weiter aus. Zudem bestehe im Gäu fast der ganze Baugrund aus wiederverwendbarem Kies.

Die partielle Eindeckung der A1 würde der Landwirtschaft zehn Hektaren Kulturland zurückbringen, heisst es weiter. Und: «Eine Absenkung der Autobahn wäre ein Mehrwert für alle.» So werde ein Naherholungsgebiet entlang der Dünnern, ein Lärmschutz für die Menschen und ein breiter, natürlicher Korridor für die Wildtiere geschaffen. Beim heute geltenden Raumplanungsgesetz, das von einer grossen Mehrheit der Bevölkerung angenommen wurde, dürften zudem sowohl Siedlungen wie Strassen nicht mehr wie bisher geplant und gebaut werden. Die Zunahme der Verkehrsflächen in den letzten 25 Jahren sei erheblich. (mgt)

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