«Es ist absolut überwältigend - einfach unglaublich!» Jürgen Hofer, Direktor von Region Solothurn Tourismus, ringt hörbar nach Worten: «In den letzten Tagen sind die Zahlen der Aktion ‹Neue Seilbahn auf den Weissenstein JETZT› förmlich explodiert»: Am späten letzten Freitagnachmittag waren noch exakt 5363 Unterschriften ausgezählt worden.

Am Dienstagnachmittag stand die Marke bereits bei rund 12 200. Eigentlich seien es etliche mehr, doch an den drei Auszählorten - neben dem Verkehrsbüro die Gemeindeverwaltungen von Langendorf und Biberist - kämpfe man sich durch die Stapel.

Stapelweise volle Sammelbögen

«Über das Wochenende hat es nur noch so gräblet», erklärt Jürgen Hofer die «Explosion». Der Rücklauf auch auf diversen Gemeindeverwaltungen sei gehörig in Gang gekommen und bei der Standaktion auf dem Solothurner Samstagsmarkt sei man schier überrannt worden. Auch Mitinitiant Martin Blaser schwelgt noch Tage später in Erinnerungen: «Das war die schönste Unterschriftensammlung meines Lebens.» Die Leute seien Schlange gestanden, andere brachten gleich stapelweise volle Unterschriftenbögen an den Stand vor dem Tourismusbüro, berichtet der Gemeindepräsident von Biberist.

Als Martin Blaser beim Start der Aktion, am 7. März in Oberdorf, öffentlich das Ziel von 10 000 Unterschriften genannt hatte, war ihm noch vorgeworfen worden, den Mund vielleicht etwas gar voll genommen zu haben. Doch seine Erwartungen sollten bei Weitem übertroffen werden. Wie erklärt er sich selber diesen Erfolg? «Das Resultat zeigt, wie emotional das Thema inzwischen ist. Aus der Unterschriftensammlung ist eine echte Volksbewegung geworden», fasst Blaser seine Eindrücke der letzten Tage und Wochen zusammen. «Unser Ziel, der Bevölkerung eine Stimme zu geben, ist erreicht worden.»

Das Resultat zeige: «Alle wollen endlich wieder auf den Berg - egal wie.» Könnte dies denn nicht auch mit der (renovierten) alten Sässelibahn sein? Blaser winkt entschieden ab: «Nein, zu den Sässeli gibts kein Zurück mehr. Da ist zu viel in Bewegung geraten, wenn man nur schon an die Erwartungen und Forderungen von Behindertenorganisationen, Angehörigen von Betagten sowie von Hundehaltern denkt: Auch sie wollen mit dem Gondeli auf den Berg - und das auch bei schlechtem Wetter.»

Ein Signal an den Heimatschutz

Blaser hofft, dass das riesige Echo auf die von Gemeindepräsidenten sowie Vertretern aus Wirtschaft und Kultur lancierte Unterschriftensammlung auch bei den Heimatschützern nicht ohne Wirkung bleiben wird: «Zumindest der Solothurner Heimatschutz kann den Willen der Bevölkerung nicht weiter ignorieren.» Ein Blick auf den Inhalt eines aktuellen Heimatschutz-Positionspapiers kann da allerdings wenig optimistisch stimmen.

Jürgen Hofer hat bei der Sammelaktion häufig auch äusserst heftige und deftige Äusserungen zur Opposition des Heimatschutzes zu hören bekommen. Auch solche, die «nicht wirklich druckreif» seien. In diesem Sinne stelle die Unterschriftensammlung eine gute Möglichkeit dar, «dass der aufgestaute Unmut über die Gegner der neuen Gondelbahn auf eine gute Art aufgefangen und kanalisiert werden konnte».