Belchentunnel

Tunnelbohrmaschine verlässt den Kanton Solothurn und erreicht Baselland

Die Arbeiten für den Sanierungstunnel Belchen der Autobahn A2 laufen alle nach Plan. Seit Februar ist die Tunnelbohrmaschine daran durch den Berg zu kommen. Die Tunnelröhre soll 2020 in Betrieb gehen.

Die Arbeiter in orangefarbener Kleidung musterten die Tunnelbesucher ein bisschen skeptisch. Vor allem die Schuhe. Die Gäste wurden in der Einladung aufgefordert, auf «gutes Schuhwerk» zu achten.

Diese Anweisung interpretierten sie auf verschiedene Arten. Jürg Röthlisberger, Chef des Bundesamts für Strassen (Astra), wagte sich mit Lederschuhen in den Tunnel. Am 9. Februar begann die Tunnelbohrmaschine (TBM), sich in das Gestein des Juragebirges zu fressen.

Andrehung heisst dieser Moment im Tunneljargon. Gestern, 228 Tage später, hatte der Koloss die Kantonsgrenze erreicht. Zumindest symbolisch. Die tatsächliche Grenze liegt noch ein paar Meter tiefer im Berg bei 1400 Metern, aber Feste feiern sich am Freitagnachmittag besonders gut.

Ein Drittel ist geschafft

Eigentlich wäre die TBM ohrenbetäubend laut. Doch zu Vorführzwecken läuft sie auf Sparflamme. Runde für Runde schabt die Maschine am Berg, Staub rieselt und Gesteinsbrocken fallen auf ein Förderband.

«Die Maschine bohrt am Stück für 30 bis 45 Minuten. Dann dauert es 30 Minuten, bis die Betonelemente an den Wänden montiert sind», erklärt Baustellenleiter Sergio Massignani. Dieser Ablauf kann sich pro Tag bis zu acht Mal wiederholen.

So hat die TBM seit Februar einen Drittel des 3,2 Kilometer langen Sanierungstunnels zurückgelegt. Während der Reden der Gäste darf sich die TBM einen Moment ausruhen. Auch die Mineure machen Pause und tun höflich so, als ob sie zuhören würden. Aber sie verstehen nur Italienisch.

«Bis jetzt war es einfach»

Als Vertreter der beiden Kantone waren die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro und ihr solothurnisches Pendant Roland Fürst anwesend. Die Politiker bewiesen nonverbal, dass Tunnelbesuche bei ihnen zum Courant normal gehören: Beide trugen ihre Leuchtweste verkehrt, damit die Blitze der Fotografen die Leuchtstreifen nicht aufleuchten liessen.

Dazu trittsicheres Schuhwerk. «Schon sechs Mal bin ich jetzt im Tunnel gewesen», sagte Fürst. Trotzdem sei er immer wieder beeindruckt. Fürst ist stolz auf den Belchentunnel mit seinen 14 Metern Durchmesser.

«Der Eppenbergtunnel ist etwas kleiner. Die werden eifersüchtig sein.» Jürg Röthlisberger lobte die Sauberkeit der Baustelle und spannte den Bogen zum berühmtesten Tunnel der Schweiz. «Der Belchentunnel ist Geburtshelfer für die 2. Gotthardröhre», sagte er.

Pegoraro war zum Scherzen aufgelegt. «Bis jetzt war es einfach, jetzt kommt das Baselland», sagte sie. Geologisch gesehen war auch der erste Teil nicht immer einfach. Auf der Solothurner Seite befanden sich mehrere Störzonen, bei denen eine Gesteinsschicht auf eine andere trifft.

An diesen Stellen ist der Berg nicht homogen, es gibt Verwitterungen oder Wasser im Gestein und die Tunnelbohrmaschine kommt nur langsam voran. Doch die Regierungsrätin freut sich schon auf das Fest am Tunnelende.

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