Kurz vor Mittag brennt die Sonne bereits erbarmungslos vom stahlblauen Himmel. Die Temperaturen kratzen an der 30-Grad-Marke. Auf dem Fussballplatz des Sportzentrums Zuchwil bestreitet die U20-Eishockey-Nationalmannschaft ihr Auslaufprogramm. Das Team bereitet sich auf die beiden Länderspiele gegen Deutschland von Freitag und Samstag vor und hat soeben das erste von zwei Eistrainings an diesem Tag absolviert.

Die direkt danebenliegende Eishalle bietet eine willkommene Abkühlung. Nur etwas mehr als zehn Grad misst das Thermometer. Auf dem Eis liegen die Temperaturen gar unter dem Gefrierpunkt. Kein Wunder trägt Marc Münger lange Hosen, einen Pullover und eine Jacke. «Besonders im Sommer muss man aufpassen, dass man sich hier drin nicht erkältet», sagt der Teamleiter der Eisbahn in Zuchwil. Der 40-Jährige hat soeben das Eis gereinigt, das vom Training der Nachwuchs-Hockeyaner gezeichnet war.

Teams aus dem In- und Ausland

Obwohl die Eishalle im Sommer für den öffentlichen Eislauf geschlossen ist, geht Münger die Arbeit nicht aus. Die Anlagen müssen auf Vordermann gebracht und die Halle komplett gereinigt werden. Bei vielen Maschinen steht zudem der Service an. Auch wenn es in den Sommermonaten in der Eishalle weniger hektisch zu und her geht, kann es durchaus vorkommen, dass Marc Münger das Eis bis zu 20 Mal an einem einzigen Tag reinigen muss. «Wir haben viele Eishockey-Teams aus dem In- und Ausland, die bei uns trainieren, und auch die Eiskunstläufer aus Burgdorf sind regelmässig hier», so Münger.

Der gelernte Forstwart aus Oberwil bei Büren arbeitet seit drei Jahren als Eismeister in Zuchwil. Münger, der früher selbst für die erste Mannschaft des EHC Zuchwil Regio auf dem Eis gestanden hatte, mag die etwas ruhigere Sommersaison, denn so hat er öfter mal ein freies Wochenende und etwas früher Feierabend als im Winter. «Dafür muss man aufpassen, dass einem die Hitze nicht erschlägt, wenn man nach ein paar Stunden Arbeit in der kühlen Halle wieder nach draussen geht», sagt Münger schmunzelnd.

Bis zu 5000 Liter Wasser

Ansonsten ist seine Arbeit als Eismeister im Sommer und Winter nahezu identisch. Auch der Energieverbrauch der Eishalle ist im Sommer nicht höher, solange alle Türen stets geschlossen bleiben. Einzig entlang der Banden muss Marc Münger etwas häufiger kontrollieren, dass das Eis nicht schmilzt. Drei Mal pro Woche wird zudem die Dicke des Eises überprüft. «Dafür nehmen wir an 15 verschiedenen Stellen Messungen vor», so Münger. Drei bis fünf Zentimeter dick muss das Eis sein. «Wenn das nicht mehr der Fall ist, dann verteilen wir mit dem Wasserwerfer Wasser über dem Eisfeld.» Das können im Extremfall bis zu 5000 Liter auf einmal sein, wofür dann allerdings zwei Maschinen benötigt werden.

Auch direkt nach dem Gespräch muss das Eis gewässert werden. 1500 Liter Wasser verteilt Marc Münger mithilfe der Reinigungsmaschine in hohem Bogen auf der Eisfläche. Rund 20 Minuten dauert es, bis das Wasser zu Eis wird und die Unterlage für das zweite Training der U20-Eishockey-Nationalmannschaft wieder perfekt präpariert ist.