Zusammenschluss

Trotz Fusion gibts bei Raiffeisenbanken «keinen Stellenabbau»

Keine Eiszeit angesagt für Mitarbeitende von Raiffeisen.

Keine Eiszeit angesagt für Mitarbeitende von Raiffeisen.

Die Raiffeisen-Genossenschaften Solothurn, Wandflue und Weissenstein stehen vor einem Zusammenschluss. Ein Personalabbau ist nicht vorgesehen. Auch die einzelnen Geshäftsstellen werden nicht angetastet.

In der Region Solothurn vollzieht sich ein Bankenzusammenschluss im grossen Ausmass. Die drei Raiffeisenbanken Solothurn, Wandflue und Weissenstein wollen sich zusammenschliessen. Ein definitiver Beschluss wird jedoch erst von den drei Generalversammlungen im Frühling 2016 gefasst.

Mit einer Bilanzsumme von gut 1,5 Milliarden Franken und 20 000 Mitgliedern entstünde durch die Fusion eine der grössten Raiffeisenbanken in der Region. Zum Vergleich: Die Raiffeisenbank Wasseramt Mitte verfügt gemäss Geschäftsbericht über eine Bilanzsumme von knapp 1,2 Milliarden und rund 13 000 Mitglieder. Noch kleiner sind Recherswil-Gerlafingen-Koppigen und die noch immer eigenständige Raiffeisenbank in Biberist.

Kostendruck steigt

«Das wirtschaftliche Umfeld wird schwieriger», sagt Silvio Bertini, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Wandflue. Die Raiffeisenbanken, die stark im Hypothekargeschäft vertreten sind, leiden unter dem tiefen Marktzinsniveau. Entsprechend ist der Gewinn aus dem Zinsengeschäft mehrheitlich gesunken. «Das Zinsniveau ist zu tief», sagt Bertini.

Um die regulatorischen Vorgaben zu bewältigen, brauche eine Bank heute eine gewisse Grösse. Durch den Zusammenschluss würden Kräfte frei, die im Bereich der Regulatorien eingesetzt werden können. Der Grenchner Verwaltungsratspräsident bezeichnet den geplanten Zusammenschluss als wichtigen Schritt, um angesichts des raschen Strukturwandels im Bankenmarkt weiter bestehen zu können. Mit einem Nachlassen der Regulierungswelle in der Finanzwelt rechnen die Verantwortlichen jedoch nicht.

Bertini betont, dass kein Personalabbau vorgesehen ist. Dies unterstreichen Harry Stampfli, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Weissenstein, und Matthias Miescher, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Solothurn. Einsparungen seien nicht das Ziel einer Fusion. In diesem Punkt unterscheide sich das genossenschaftlich organisierte Institut von anderen Grossbanken; die Rücksichtnahme auf das Personal sei wichtig.

Kräftig in Immobilien investiert

Auch die Geschäftsstellen werden nicht angetastet, versprechen die Verantwortlichen. In ihre Immobilien haben die drei Institute in den vergangenen Jahren nämlich kräftig investiert. Vor drei Jahren erstellte die Raiffeisen Wandflue am Osttor zum Stadtzentrum Grenchen zusammen mit der Stiftung Abendrot einen imposanten Neubau. In ihren neuen Geschäftssitz hat die Raiffeisenbank am Kronenplatz in Solothurn vor zwei Jahren 14 Millionen Franken investiert. Und auch in Langendorf und Bellach wurde gebaut. Die Kundennähe der drei Genossenschaften soll beibehalten werden.

Angesprochen auf den grosszügigen Hauptsitz in Solothurn erklärt Matthias Miescher: «Was im künftigen Verbund räumlich geschieht, ist noch nicht entschieden.» Doch macht er sich keine Sorgen, dass man auf überflüssigem Platz sitzen bleibe. «Unser Hauptsitz macht uns viel Freude, es ist ein cooles Haus.»

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