Solidarität

Trotz besonderer Schutzmassnahmen: Blutspenden geht auch in Coronazeiten noch

Im Blutspendezentrum Olten läuft der Betrieb weiter. In manchen Gemeinden ist der Blutspendebus unterwegs.

Im Blutspendezentrum Olten läuft der Betrieb weiter. In manchen Gemeinden ist der Blutspendebus unterwegs.

Die Frage tauchte, entlang anderer, auf, als sich das Coronavirus auch bei uns zu verbreiten begann. Wie genau wird das Virus übertragen? Und, davon abgeleitet: Darf man jetzt noch Blut spenden? Die Antwort ist: Ja.

Das hat auch der Bundesrat so kommuniziert. Spenden ist somit auch im Kanton Solothurn weiterhin möglich – und nötig, um Versorgungsengpässe während der Krisenzeit zu verhindern. Wobei: «Wenn es Engpässe geben sollte, wird die Blutspende Schweiz einen Aufruf starten», so Fabienne Schurter, Kommunikationsverantwortliche der Stiftung Blutspende vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Aargau-Solothurn. «Es ist aber jetzt definitiv noch zu früh dafür – und hoffentlich wird es auch gar nicht nötig sein.» 

Der Bedarf ist im Moment geringer

Derzeit zeigten sich Spenderinnen und Spender nämlich überaus solidarisch. Treue Spender kämen weiterhin – man habe dieses Jahr auch einige Erstspendende gewinnen können. Gleichzeitig sei der Bedarf an Blutprodukten derzeit geringer, so Schurter. Denn: «Viele planbare, nicht lebensnotwendige, Operationen wurden abgesagt.»

Die Situation kann sich laut Schurter aber sehr schnell ändern. Wichtig sei, dass nur so viel gespendet wird, wie auch gebraucht wird. Denn: «Blut ist nicht lange haltbar. Einige Blutprodukte nur sieben Tage lang, andere sechs Wochen», erklärt Schurter. Deshalb analysiere man die Situation täglich. Gleichzeitig hat man sich vorbereitet, um auch während der Pandemie Blut entnehmen zu können.

Personal trägt Masken – Spendende halten Abstand

Es gilt, die Leute möglichst organisiert, gebündelt – und nicht alle auf einmal zum Spenden zu bewegen. So ist eines der drei Zentren im Kanton geschlossen – das Spendezentrum Grenchen hat nun bis und mit 1. Mai geschlossen, in Olten und Solothurn herrscht weiterhin Betrieb. Hier tragen die Mitarbeitenden der Blutspende SRK Aargau-Solothurn Schutzhandschuhe und -masken, für die Spendenden steht Desinfektionsmittel zur Verfügung. Zwischen den Spendenden besteht ein Mindestabstand von zwei Metern. Vor der Spende werden sie zudem zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Wer Grippe- oder Erkältungssymptome hat, wird abgewiesen. Nach Abklingen einer Erkältung darf während 14 Tagen nicht gespendet werden.

Auch für Coronabetroffene oder solche, die mit erkrankten Personen zu tun hatten, gelten Wartezeiten von vier respektive zwei Wochen. Grundsätzlich hilft es, wenn Spendewillige sich telefonisch oder per E-Mail anmelden. Auch hat die Blutspende SRK Aargau Solothurn einen Online Kurz-Check auf ihrer Website eingeführt, mit welchem jeder und jede überprüfen kann, ob er oder sie spenden darf. Sicherheitsvorkehrungen mussten auch für die Spendenaktionen in den einzelnen Gemeinden getroffen werden. Hier fährt jeweils der Blutspendebus vor. Hier gelten bezüglich Hygiene die gleichen Vorgaben wie in den Zentren, erklärt die Kommunikationsverantwortliche Schurter. Zudem: «Die helfenden Mitglieder der Samaritervereine müssen unter 65 Jahre sein»; diese verbinden etwa nach der Spende den Arm, verteilen Verpflegung für die Spendenden.

Was hier zudem vorkommt: «Teilweise mussten wir bedauerlicherweise Spenderinnen und Spender abweisen, da die Schutzmassnahmen für unsere Abläufe und unsere Kapazitäten beschränkt sind», so Schurter. Längere Wartezeiten versuche man zu vermeiden. Man erfahre auch sehr viel Verständnis durch die Spendenden – nebst der Solidarität, die derzeit ohnehin zu spüren sei und dazu führe, dass auch in der Krisenzeit genügend Blutreserven im Kanton sichergestellt seien.

Blutspenden in der Region

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