Wetter
Trockene Wälder und Feuerverbot - kommt jetzt das Feuerwerksverbot?

Absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe infolge Trockenheit herrscht derzeit im Kanton Solothurn. Man fragt sich: Bleibt es dabei oder wird sich die Lage bis zum 1. August noch zuspitzen und dann gar ein Feuerwerksverbot ausgesprochen?

Fränzi Zwahlen-Saner
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Ein Waldbrand, wie im Jahr 2011 im Gempenwald, gilt es mit Feuerverbots-Massnahmen zu verhindern.

Ein Waldbrand, wie im Jahr 2011 im Gempenwald, gilt es mit Feuerverbots-Massnahmen zu verhindern.

Kapo SO

Wetterfrösche können in die Zukunft blicken. Allerdings nicht unbeschränkt. Bis rund 14 Tage im Voraus ungefähr können Wettertrends definiert werden. Folgt man den jetzigen Prognosen, dann sieht es so aus, dass die derzeitige Trockenperiode noch andauern wird. Ein paar Regentropfen werden am Jurasüdfuss zwar ein paar lokale Gewitter bringen. Doch in Anbetracht der seit längerem bestehenden Hitzeperiode sind das lediglich die sprichwörtlichen Tropfen auf einen heissen Stein.

Umso verständlicher deshalb das am Donnerstag ausgesprochene absolute Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe, welches nach einer Lagebeurteilung durch das Amt für Wald, Jagd und Fischerei Kanton Solothurn, den Kantonalen Führungsstab (KFS) und die Polizei Kanton Solothurn, der Kommandant der Kantonspolizei dem Gesetz entsprechend verfügt hat. Es heisst:

> «Im Kanton Solothurn gilt in Wäldern und Waldesnähe ein Verbot, Feuer zu entfachen.
> Das Wegwerfen von brennenden Raucherwaren ist verboten.

Die Bevölkerung wird aufgerufen, durch verantwortungsbewusstes Handeln Wald- und Flurbrände zu vermeiden. Die Situation werde laufend beobachtet und gegebenenfalls neu beurteilt, heisst es weiter im Communiqué. «Kommt es trotz aller Vorsichtsmassnahmen zu einem Brandausbruch, alarmieren Sie unverzüglich die Feuerwehr via Notruf 118 oder 112.»

Auch in den Kantonen Baselland und Basel-Stadt hat man das Feuerverbot in Wäldern und an Waldrändern in Kraft gesetzt. Dort allerdings bereits seit dem 7. Juli.
Im Kanton Bern gelten je nach Region unterschiedliche Regelungen: «Entlang des Jurasüdfusses, im östlichen Berner Jura sowie im Seeland besteht ‹sehr grosse› Waldbrandgefahr. Im westlichen Berner Jura, den Regionen Mühleberg, Bern und bis in den Oberaargau besteht eine ‹grosse› Wald- und Flurbrandgefahr. Ebenso besteht im Gürbetal bis Thun, entlang der Thunersee- und Brienzersee-Sonnseite bis ins Gadmertal sowie im Simmental und Saanenland eine ‹grosse› Wald- und Flurbrandgefahr.

In allen anderen Regionen des Kantons Bern besteht eine ‹erhebliche› Waldbrandgefahr.» Waldbesucherinnen und -besuchern auf Kantonsgebiet des Kantons Bern wird empfohlen, vorsichtig mit Feuer im Wald umzugehen, denn Brände könnten sich rasch entzünden, heisst es. Absolutes Feuerverbot im Freien haben zudem auch die Kantone Wallis und Waadt ausgesprochen.

Wetterfachleute meinen, dass diese Trockenperiode noch einige Zeit andauern wird – vielleicht sogar bis zum 1. August. Mitte kommender Woche soll das Hoch zwar etwas schwächeln, doch die Regenmenge werde nicht genügen, die ausgetrockneten Böden ausreichend zu benetzen und damit die Waldbrandgefahr aufzuheben.
Die Behörden werden sich hüten, heute schon längerfristige Feuerverbote auszusprechen, meint ein anonym bleiben wollender Wetterfrosch. Das Geschäft mit dem 1.-August-Feuerwerk soll ja niemandem vergällt werden. Dennoch: Es würde mit den momentanen Aussichten nicht erstaunen, wenn der 1. August im Jahr 2015 ohne Höhenfeuer, Raketen und Knallpetarden über die Bühne gehen würde.

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