Kein Einzelfall
Tresore im Visier: Polizei warnt Gemeinden vor Einbrüchen

Im Kanton Solothurn ist in den vergangenen Monaten in mehrere Gemeindeverwaltungen eingebrochen worden. Die Täter suchen Tresore zum Knacken – zuletzt in Aeschi. Die Polizei warnt die Gemeinden.

Lucien Fluri
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Die Polizei rät den Gemeinden vorsichtig zu sein. (Symbolbild)

Die Polizei rät den Gemeinden vorsichtig zu sein. (Symbolbild)

Keystone

Die Solothurner Gemeinden sollen vorsichtig sein. Dies rät ihnen die Polizei. Mitte Juni hat sie die Einwohnergemeinden in einem Brief angeschrieben und zu Vorsichtsmassnahmen aufgerufen. «Es ist zu befürchten, dass diese Einbrüche weiter gehen und noch weitere Gemeindeverwaltungen durch diese Täterschaft aufgesucht werden», schreibt die Polizei im Brief. «Bezüglich der noch unbekannten Täterschaft gibt es keine konkreten Hinweise. Diese geht aber sehr gezielt vor und verursacht jeweils erheblichen Schaden.»

Inzwischen konnte die Polizei bereits zwei mögliche Täter aus dem Verkehr ziehen. In der Nacht auf Freitag hat sie nämlich in der Gemeindeverwaltung in Aeschi gleich zwei mutmassliche Einbrecher geschnappt. Sie haben die Eingangstüre sowie mehrere Schränke gewaltsam geöffnet gehabt.

Es handelt sich um zwei Kosovaren im Alter von 45 und 46 Jahren ohne festen Wohnsitz in der Schweiz. Beide Männer sind in Haft. Wie die Polizei den beiden Männern auf die Schliche kam, verrät sie auf Anfrage nicht.

Häufung ist auffällig

Sieben Einbrüche in Gemeindeverwaltungen gab es, abgesehen von Aeschi, im Kanton in diesem Jahr bereits, wie Kapo-Mediensprecher Andreas Mock auf Anfrage erklärt. Hinzu kommen fünf Versuche. Betroffen sind laut Mock vor allem Gemeinden im Schwarzbubenland und im Wasseramt. Bekannt sind Einbrüche in Lommiswil und Lohn-Ammannsegg. In letzterer Gemeinde geschah der Einbruch im April, der Tresor wurde aufgebrochen, die Schadenssumme betrug über 20'000 Franken.

Im Schwarzbubenland stiegen die Täter in Witterswil, Rodersdorf und Metzerlen durch Fenster oder Türen in die öffentlichen Gebäude ein und haben die Räume nach Geld durchsucht. In Witterswil und Rodersdorf wurde gar drei mal innert kurzer Zeit eingebrochen. «Ich gehe davon aus, dass hinter den drei Einbrüchen in unserem Dorf dieselben Täter stecken», hatte Mark Seelig, Gemeindepräsident von Witterswil nach dem Einbruch im Februar gegenüber dieser Zeitung gesagt. Der Sachschaden an Türen und Fenstern hatte 25 000 Franken betragen. Die Täter hätten jeweils den Tresor knacken wollen.

Ist das Täterduo für weitere Delikte verantwortlich?

Die Täterschaft ist laut der Kantonspolizei in den Fällen «noch unbekannt». Auffällig sei aber die Häufung. Es liege auch auf der Hand, dass die beiden in Aeschi festgenommenen Männer auch für andere Einbrüche verantwortlich sein könnten, sagt Kapo-Mediensprecher Andreas Mock. Dies wird nun genauer abgeklärt. «Entsprechende Ermittlungen sind in Gang.»

Die Polizei selbst will die Präsenz verstärken. Den Gemeinden rät sie, möglichst wenig Bargeld in den Verwaltungen aufzubewahren, selbst wenn ein Tresor vorhanden ist. «Die Täterschaft ist auch darauf spezialisiert, Tresore aufzubrechen.» Verdächtige Personen und Fahrzeuge sollen unverzüglich gemeldet werden.

Im Mai hatte die Polizei eine generelle Häufung von Einbrüchen vermeldet, insbesondere in der Stadt Solothurn und im Bezirk Thierstein. «Bei der Anzahl der Einbrüche sehen wir kantonsweit momentan keinen Trend, weder nach oben noch nach unten», sagt dennoch Andreas Mock zur Einbruchsituation allgemein. Die Herausforderung liege darin, das vergleichsweise tiefe Niveau des Vorjahres «mit den vorhandenen Mitteln» zu halten.