Urs Joseph Flury

Träger des Kunstpreises: «Ich habe gar nicht mehr damit gerechnet»

Urs Joseph Flury

Urs Joseph Flury

Komponist Urs Joseph Fluri freut sich sehr darüber, dass er vom Kanton Solothurn den Kunstpreis 2016 erhält.

Urs Joseph Flury zeigte sich im Gespräch ausserordentlich erfreut über die Vergabe des Preises an ihn. «Ehrlich gesagt, habe ich nicht mehr damit gerechnet, diesen Preis je zu erhalten, sind doch in den vergangenen Jahren eher Blasmusikschaffende ausgezeichnet worden. ‹Da komme ich wohl nie in die Kränze›, hab’ ich mir gedacht», sagt Flury lachend. Er habe dies auch in seinem Dankesschreiben an den Landammann auch bemerkt, berichtet er. Vor ungefähr 14 Tagen sei er über den Preis informiert worden.

Noch immer nimmt den 75-Jährigen die Dirigententätigkeit des Orchesters Moutier und des Solothurner Kammerorchesters fast täglich in Anspruch. «Heute Abend habe ich jedenfalls auch wieder Probe», erwähnt er. Das Orchester Moutier dirigiert Flury seit 1970, die «Solothurner» ein Jahr weniger. «Kürzlich führten wir ja im Konzertsaal Solothurn ein grosses Jubiläumskonzert für das Kammerorchester – auch zu meinem 75. Geburtstag – durch, mit Werken von Schubert und Schumann, mit Marlis Walter am Klavier.»

Romantisch-impressionistische Musik

Die vergangenen drei Jahre habe ihn die Komposition der «Passion», mit Texten von Beat Jäggi, beschäftigt, welche im März dieses Jahres uraufgeführt wurde, berichtet er. Sein Schaffen hat er einmal selbst eingeordnet: «Mein Stil ist, musikgeschichtlich gesehen, irgendwo vor dem Bruch mit der Tonalität angesiedelt. Mit der Zwölftontechnik habe ich mich selbst auch auseinandergesetzt, aber es ist wie bei einer Fremdsprache: Man kann sie mehr oder weniger gut beherrschen, aber man denkt eben doch in der Muttersprache. Und das ist für mich in der Gefühlssprache Musik die romantisch-impressionistische Welt.»

So verzichtet Flury auch beim Akt des Komponierens vollständig auf den Computer. «In der Zeit, in welcher ich das Computerprogramm lernen müsste, komponiere ich lieber. Dafür verwende ich besser den Bleistift». Bei der Übergabefeier in Olten wird Flurys «St.Petersinsel-Serenade» zu hören sein und eine Kostprobe seines Schaffens vermitteln.

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