2017 war ein gutes Jahr für die Solothurner Hoteliers. Das ist bereits jetzt klar, auch wenn noch nicht ganz alle Zahlen vorliegen. Denn alleine von Januar bis Oktober 2017 – für diese Monate liegen die Zahlen bereits vor – zählten die Hoteliers im Kanton 352'238 Logiernächte.

Das sind 4,8 Prozent oder 16'056 Logiernächte mehr als im selben Zeitraum 2016. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass 2017 gar zum Rekordjahr für die hiesigen Hoteliers wird, wenn das Bundesamt für Statistik im Februar auch noch die November- und Dezemberzahlen vermeldet.

Definitiv einen Rekord zu vermelden hat die Kantonshauptstadt: Hier kennt Tourimusdirektor Jürgen Hofer bereits die provisorischen Zahlen fürs ganze 2017. «Es gibt einen neuen Allzeitrekord», freut er sich. 92'514 Hotelübernachtungen zählte Solothurn 2017. Das sind 6,1 Prozent mehr als noch 2016.

Ebenso rekordverdächtig sieht es aus, wenn nicht nur die Hotels, sondern auch der Campingplatz, die Parahotellerie und die Jugendherberge gezählt werden: Mit all diesen zusammen gab es 2017 in der Stadt Solothurn 133'566 Übernachtungen; ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Elf Hotels, eines mehr als im Vorjahr, und 324 Betten zählt der Tourismusdirektor in «seiner» Ambassadorenstadt. Gerade die Wiedereröffnung der «Krone» ist laut Hofer mit ein Grund für die guten Zahlen. «Die ‹Couronne› ist ein wichtiger Teil unserer Hotelinfrastruktur», so Hofer. Demgegenüber sei rund um das für Geschäftskunden wichtige «Astoria» an der Wengistrasse viel gebaut worden, was dort zu Einbussen führte. «Sonst hätten wir vielleicht noch bessere Zahlen.»

Biogen, Filmtage und Seminare

Welches sind weitere Gründe für den Rekord? «Biogen» heisst eine Antwort von Jürgen Hofer. «Die Neuansiedlung des Konzerns in Luterbach gibt wichtige Impulse.» Aber auch der Seminar- und Kongressbereich seien stark gewesen. «Wir hatten dort einen Rekord an Anfragen.» Verlässlich locken laut Hofer auch die Grossanlässe alljährlich wichtige Gäste nach Solothurn: «Die Filmtage, die Bike Days und die Literaturtage bringen in sonst eher schwächer ausgelasteten Monaten Gäste nach Solothurn.»

Für 2018 ist Hofer «zuversichtlich», gibt es doch über der «Kronengarage» nochmals neun neue Zimmer. «Es ist überall eine schöne Dynamik im Markt», freut sich der Tourismusdirektor. Dies schlägt sich auch in den Stadtführungen nieder, die auf 1497 stiegen und 24'000 Teilnehmer erreichten.

Mittelfristig, so Hofer, wenn Biogen fertig gebaut habe, könne ein Rückgang aber nicht ausgeschlossen werden. «Das sind zyklische Schwankungen, die wir nicht beeinflussen können.»

Auf gutem Weg scheint auch Egerkingen, nach Solothurn und Olten die wichtigste Tourismusdestination im Kanton: 55'205 Übernachtungen zählte man in der Autobahn-Durchfahrtsgemeinde bis Ende Oktober. Damit könnten die Zahlen von 2016 (62'620 Logiernächte) erreicht werden.

Schwieriger dürfte es Grenchen haben, seine Vorjahreszahlen zu erreichen. 13'052 Logiernächte verbuchte die Uhrenstadt bis Oktober 2017. Im ganzen 2016 waren es 16'695 Nächte.

Olten: Serbelnde Uhren- und Schmuckmesse spürbar

Noch nicht definitiv ausgewertet sind die Jahreszahlen in Olten, der zweitwichtigsten Stadt im Kanton, wenn es um Übernachtungen geht. Stefan Ulrich, Geschäftsführer von Olten Tourismus, liegen erst die Resultate bis Ende Oktober vor. Bis dahin können die acht Oltner Hotels mit ihren 287 Betten noch nicht ganz ans Rekordjahr 2016 (72'296 Logiernächte) anknüpfen, denn im ersten Halbjahr war das Ergebnis laut Ulrich «eher zwiespältig» gewesen. Die Zahl der Übernachtungen sank im Vergleich mit dem Rekordjahr 2016.

Trotzdem ist Ulrich zufrieden. Denn aufgrund der Prognosen weiss er bereits: «Wir können den Rekord von 2016 wohl konsolidieren. Gemäss den Voraussagen dürfen wir davon ausgehen, dass es kein Minus gibt.» Insbesondere das zweite Halbjahr sei gut gewesen und dürfte den eher harzigen Jahresstart wohl noch auffangen. September und Oktober seien sehr gut gewesen, weiss Ulrich. «Wenn der November auch gut ist, können wir die Zahlen noch aufholen.» Denn: «Der November ist sehr relevant. Der Geschäftstourismus ist dann stark.»

Warum waren die Zahlen im ersten Halbjahr «eher zwiespältig», wie es Ulrich ausdrückt? Der Tourismusfachmann nennt einen Grund: Die Uhren- und Schmuckmesse in Basel, die derzeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat – mit Folgen bis Olten. «Sie ist längst nicht mehr ausgebucht wie früher.» Sogar in Basel seien noch Zimmer zu haben gewesen.

85 Prozent der Übernachtungen in Olten entfallen auf den Geschäftstourismus. In einer ersten Analyse schätzt Ulrich, dass die Firmen eher im zweiten als im ersten Halbjahr gekommen seien. Zudem hätten in der Industrie einige Firmen nur eine statt mehrere Nächte gebucht.

Ob die Oltner Hotels, wie das «Astoria» 2017 einen neuen Übernachtungsrekord verzeichnen ist noch unklar. Klar ist: Es lief fast so gut wie 2016.

Ob die Oltner Hotels, wie das «Astoria» 2017 einen neuen Übernachtungsrekord verzeichnen ist noch unklar. Klar ist: Es lief fast so gut wie 2016. 

Kanton auf gutem Weg

Auch gesamtkantonal lässt sich bis Ende Oktober ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorweisen. Als Grund vermutet Jürgen Hofer, dass die Region auch von einem «generellen Aufschwung» des Tourismus in der Schweiz profitiert. Allerdings zeigen sich nationale Schwankungen in der Region immer nur abgeschwächt. Denn die Zahl der Schweizer Gäste ist in der Region hoch. Die Auswirkungen des Frankenkurses spielen deshalb eine geringere Rolle als anderswo.

Übrigens: Woher die Wertschöpfung kommt, das wollen die Tourismusverantwortlichen im Kanton noch genauer wissen. Derzeit wird eine grosse Gästebefragung ausgewertet, die dann im Frühling vorgestellt werden soll.