Tourismus
Sie wollen gemeinsam gross rauskommen: Solothurn und Aargau gründen gemeinsame Ferienregion

Der Kanton Solothurn wie auch der Aargau fristen im Tourismusbereich ein Schattendasein. Das soll sich künftig ändern. Zu diesem Zweck wurde eine gemeinsame Ferienregion gegründet.

Raphael Karpf
Drucken
Die Tourismusregion Solothurn (hier der Weissenstein) sollen künftig bekannter gemacht werden.

Die Tourismusregion Solothurn (hier der Weissenstein) sollen künftig bekannter gemacht werden.

Hanspeter Bärtschi

Ferien in der Schweiz: Woran denken Sie als erstes? Wandern im Wallis? Baden im Tessin? Skifahren im Bündnerland? Was auch immer es ist, das den meisten Leuten bei diesem Stichwort in den Sinn kommt: Mit dem Kanton Solothurn hat es wohl wenig zu tun. Das gleiche dürfte für den Aargau gelten.

Doch das soll sich ändern. Die beiden vergleichsweise kleinen Tourismusregionen schliessen sich zu einer etwas grösseren zusammen: Zu der Ferienregion Aargau Solothurn. Im Oltner Stadttheater erfolgte am Dienstagabend offiziell der Startschuss.

Solothurner Regierungsrätin Brigit Wyss.

Solothurner Regierungsrätin Brigit Wyss.

Hanspeter Bärtschi

Mit dabei, und quasi den Segen der Solothurner Politik erteilend: Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss. «Historische Altstädte, Burgen, Schlösser, Landschaften: Wir leben in einer aussergewöhnlich schönen Region», sagte sie. Die Region könne man allerdings noch bekannter machen.

Das ist dann auch das Hauptziel der neuen Ferienregion: Gemeinsames, und dadurch stärkeres Marketing. Die beiden Tourismusorganisationen bleiben eigenständig. Doch gemeinsam will man das Mittelland auf der Landkarte der Schweizer Feriendestinationen präsenter machen.

Die Idee: Die jeweiligen touristischen Perlen aus sämtlichen Regionen gemeinsam zu vermarkten. So sollen mehr Leute erreicht werden, die bestenfalls einen Abstecher oder gleich Ferien in der Region machen.

Gesamte Region soll vom Tourismus profitieren

Davon wiederum profitiere die gesamte Region, schloss Regierungsrätin Wyss den Kreis. Denn ein starker Tourismus bedeute ein grösseres Freizeitangebot, welches wiederum zur Lebensqualität beitrage.

In der Vergangenheit war der Tourismus, zumindest derjenige der Region Solothurn, nach Westen ausgerichtet gewesen, Stichwort Jura & Drei-Seen-Land. 2019 wandte man sich dann dem Aargau zu.

Seither wurden schon verschiedene Synergien genutzt. Beispielsweise bei der Aktion «Sommerspass», eine Plattform mit touristischen Angeboten aus der Region, die sich explizit an hier ansässige Leute richtete. Solche Zusammenarbeiten sollen künftig verstärkt werden, führte Jürgen Hofer von Kanton Solothurn Tourismus aus.

Jürgen Hofer.

Jürgen Hofer.

Wolfgang Wagmann

Ein Beispiel: Im Aargau ist eine Plattform für Schulreisen geplant. Es wäre denkbar, so Hofer, dass auch der Kanton Solothurn dort mitmachen würde. Ein anderes: Der Tourismuspreis soll künftig für die gesamte Ferienregion vergeben werden.

Mit der Zusammenarbeit knackt die neue Ferienregion eine symbolische Grenze, wie Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, darlegte. Gemeinsam kommt man auf über 1'000'000 Logiernächte. Und stolze 210 Hotelbetriebe hat die neue Ferienregion anzubieten. Doch die richtige Aufgabe, die beginne erst jetzt, so Nydegger. Jetzt gelte es, ein gemeinsames Angebot zu entwickeln und zu vermarkten.

Ein langer Weg bis zur gemeinsamen Ferienregion

Dass die Ferienregion nun in dieser Art und Weise existiert, ist nicht selbstverständlich. Aargau wie auch Solothurn Tourismus hatten beide zu Beginn mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen. Beide Kantone fristeten und fristen ein Schattendasein, umgeben von touristisch stärkeren Gebieten.

Doch das sei eine seiner Motivationen gewesen, das Angebot überhaupt erst mit aufzubauen, erzählte Jürgen Hofer.

«Es kann nicht sein, dass der schöne Kanton Solothurn im Ferienland Schweiz nicht sichtbar ist.»

Also habe er sich mit einer leichten Wut im Bauch daran gemacht, das zu ändern. 2014 wurden die Willkommensschilder neben der Autobahn montiert – quasi als Zeichen, dass man auch existiere. 2016 fand ein Tourismusartikel Eingang im Wirtschafts- und Arbeitsgesetz. 2019 konnte Kanton Solothurn Tourismus mithelfen, die neue Standortstrategie des Kantons auszuarbeiten. Und nun also die gemeinsame Ferienregion als nächster Meilenstein.

Aktuelle Nachrichten