SVP Kanton Solothurn

Toni Brunner findet es höchste Zeit für «Normalverhältnisse»

Das Lied aus der Ostschweiz «für den hohen Gast» zu früh gesungen der Jodlerklub Erschwil, scharf gemustert von SVP-Schweiz-Präsident Toni Brunner

Das Lied aus der Ostschweiz «für den hohen Gast» zu früh gesungen der Jodlerklub Erschwil, scharf gemustert von SVP-Schweiz-Präsident Toni Brunner

An der Mitgliederversammlung der SVP Kanton Solothurn in Erschwil war der St. Galler Nationalrat Toni Brunner zu Gast. Die Solothurner SVP solle endlich wieder in der Regierung vertreten sein, fand er.

«Jetzt können die 300 Autos dann langsam kommen», ruft einer der Parkplatzanweiser einem Kollegen zu. «Wenns auf dieser Seite des Bergs ist, kommen sie eben nicht», antwortet dieser leicht resigniert. - Tatsächlich bilden die Schwarzbuben in der Mehrzweckhalle Brühl an diesem Abend die grosse Mehrheit.

Ein paar SVP-Exponenten aus dem Thal und vom Jurasüdfuss haben sich aber trotz allem über den Passwang getraut - so auch jener Kantonsrat, der, gemessen an seiner Parteizugehörigkeit, die Spur erstaunlich weit links sucht, manchmal sogar in Kurven mit Sicherheitslinie ...

Roladn Borer war nicht da

Alle sind gesund in Erschwil angekommen - ausser Roland Borer, der in Bern in einer Kommissionssitzung hängen geblieben ist, wie sein Nationalratskollege Walter Wobmann weiss. Nach anderthalb Stunden, pünktlich zum Auftritt des SVP-Regierungsratskandidaten Albert Studer, trifft auch Toni Brunner, der Präsident der SVP Schweiz ein. Zeitlich verrechnet haben sich die Erschwiler Jodler, die den Abend eröffnet haben - mit einem Lied aus der Ostschweiz, «zu Ehren des hohen Gastes», der aber zu dieser Zeit noch unterwegs war. Weshalb, macht Toni Brunner den Anwesenden gleich zu Beginn klar. «Drei grosse Ereignisse finden heute statt!», grinst der Bauer aus dem Toggenburg: «Die Gründung der SVP-Ortspartei Erschwil, Christoph Blochers Geburtstag und die Eröffnung der Olma ...»

Direkt von der Olma kommt der Sankt Galler Nationalrat und rückt seinen Stuhl ins Zentrum, unmittelbar vor den Jodlerchor, wie sich dieser fürs zweite Set formiert. Volle Konzentration signalisiert Brunner auf seinem Logenplatz. Manchmal scheint es, als würde er mitsummen. Harmonisch gehts weiter mit Albert Studer. Der Mann, der für die SVP in die Regierung will, scheint keiner Fliege etwas zuleide tun zu können. Er kritisiert zwar Schulreformen, Verwaltungs- und Sozialkosten, steigende Budgets - aber emotionslos, differenziert. Bei den Gemeinden mache der Anteil der gebundenen Ausgaben bis zu 90 Prozent aus, stellt der Gemeindepräsident von Hägendorf gelassen fest und sagt, in der Regierung wolle er «ein Beitrag sein, der die Partei wirksam repräsentiert».

Saal in der Tasche

Das Spiel mit dem Zunder ist dem nationalen Parteipräsidenten vorbehalten. Dazu sind Parteipräsidenten schliesslich da. Überall werde die SVP schon tot gesagt, stellt Brunner fest. «Dabei haben wir die Wahlen in Schaffhausen gewonnen.» Und ob die SVP im Aargau mit 31 oder 34 Prozent stärkste Partei bleibe, sei doch egal. Schliesslich interessiere es auch niemanden, ob der FCB mit zehn oder bloss drei Punkten Vorsprung Meister werde. Höchste Zeit sei es, findet Brunner, dass auch im Kanton Solothurn «Normalverhältnisse» gelten würden. «Normalverhältnisse» gleich Regierungsbeteiligung.

«Und wie ich gehört habe», witzelt Brunner, «kann man diesem Studer ja sogar die Stimme geben ...» Punkto Rhetorik und Einsatz der Stimme ist Lehrmeister Christoph Blocher nicht zu überhören. Toni Brunner hat den Saal in der Tasche, wenn er am Ende dazu auffordert, gegen den Strom zu schwimmen, wieder aufzustehen gegen die Obrigkeit. - Und das bringt er locker unter einen Hut mit der Regierungsratskandidatur von Albert Studer ...

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