Obergericht

Tochter seiner Partnerin missbraucht: Kenianer muss nur 14 Jahre in den Knast

Der Mann soll dem Mädchen im Gegenzug Gefälligkeiten erwiesen haben. (Symbolbild)

Der Mann soll dem Mädchen im Gegenzug Gefälligkeiten erwiesen haben. (Symbolbild)

Das Solothurner Obergericht hat am Donnerstag einen Kenianer wegen Kindsmissbrauchs verurteilt. Der Mann hatte die minderjährige Tochter seiner damaligen Partnerin über Jahre missbraucht.

Nur 14 statt 19 Jahre und 1 Monat muss der Kenianer in den Knast, der während dreieinhalb Jahren die zur Tatzeit unter 16-jährige, von ihm abhängige Tochter seiner damaligen Partnerin zweiwöchentlich über hundert Mal sexuell missbraucht hat – das letzte Mal mittels «K.O.-Tropfen».

Dass das Obergericht mit Daniel Kiefer, Hans-Peter Marti und Rolf von Felten den Fall des nun 43-Jährigen deutlich milder beurteilt als die Vorinstanz, hat Gründe. Zum einen wertete es die Vergewaltigung, bei der Ben* Mia* ein Narkotikum verabreichte und sie mit einer halbstündigen Pause vergewaltigte, als Handlungseinheit und somit als einfache statt mehrfache grausame Vergewaltigung. Zudem - so erklärte Referent von Felten schon fast entschuldigend - müsse man im Einklang mit bestehenden Urteilen sein, man könne nicht höher als das Bundesgericht gehen.

Es seien grausamere Vergewaltigungen denkbar. Der Strafrahmen für grausame (qualifizierte) Vergewaltigung reiche von 3 bis 20 Jahren, was eine grosse Herausforderung für die Rechtsprechung sei. Hier habe man dafür 7 Jahre gegeben. Die andern zahlreichen Taten könne man nicht einfach addieren, sondern es gelte das Aspirationsprinzip.

Die einzelnen anderen Verbrechen werden in der Gesamtberechnung milder bestraft als wenn sie alleine stünden. Das Gericht folgte der Staatsanwältin nicht und verurteilte Ben nicht zusätzlich wegen Gefährdung des Lebens. Gemäss rechtsmedizinischem Gutachten sei Mias Leben nicht unmittelbar gefährdet gewesen, als Ben sie nach ihrem Erbrechen auf den Rücken drehte und weiter in sie eindrang. Ben habe aber egoistisch und gefühlskalt gehandelt, er habe eine enorme kriminelle Energie. Mit Liebe habe das nichts zu tun.

*Namen geändert 

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