Programm

Tobs bringt Mix aus Klassikern, Belcanto und Satire auf die Bühne – Sinfonieorchester wird 50

Auf den Bühnen in Solothurn und Biel wird ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Auf den Bühnen in Solothurn und Biel wird ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Das Theater Orchester Biel Solothurn (Tobs) hat das Programm für die Saison 2019/20 vorgestellt. Zu den besonderen Highlights gehören die Sonderveranstaltungen zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Sinfonie Orchester Biel Solothurn.

Nicht nur der von Stefan Bundi gestaltete optische Auftritt des Tobs-Programmhefts 2019/2020 überzeugt, sondern auch die Werkauswahl mit Opern-Belcanto, Bühnenklassiker, einer Jost Meier-Uraufführung. Mit Magdalena Kožená und Sir Simon Rattle geben zwei Weltstars ein Bieler-Gastspiel.

«Donizettis beschwingte «Regimentstochter» eröffnet unter der Leitung von Franco Trinca die Saison und punktet mit Publikumslieblingen wie Judith Lüpold und Michele Govi», freut sich Dieter Kaegi über den ersten Höhepunkt. Mit «Giovanna d’Arco» wird ein wenig bekanntes Verdi-Frühwerk mit packenden Chören grosse Oper ins kleine Theater bringen. Dessen Dimensionen würde eine reguläre Aufführung Béla Bartoks «Herzog Blaubarts Burg» sprengen. Hausherr Kaegi, der die Oper um die uralte Blaubart-Sage selber inszeniert, hat sich deshalb für die reduzierte Orchester-Fassung von Eberhard Kloke entschieden.

Erstmals ein Musical

Nach den rebellischen und düsteren Werken von Verdi und Bartok steht mit «Sweeney Todd» von Stephen Sondheim erstmals wieder ein Musical im Fokus. Dem Intendanten ist es auch in seiner siebten Spielzeit wichtig, nicht nur Uraufführungen zu realisieren, sondern Solothurns barocken Theaterraum auch mit Musik dieser Epoche zu einer Einheit zu verschmelzen. «Dafür haben wir ein neues Libretto, basierend auf Choderlos de Laclos’ berühmten Briefroman «Les liasions dangereuses», mit Vivaldi-Arien unterlegt und mit neu komponierten Rezitativen verbunden.»

Label «Zweisprachigkeit»

Ausgewählte Stücke werden live in Gebärdensprache übersetzt, bei anderen werden Audiodeskriptionen mit Kopfhörern eingesetzt, damit auch Menschen mit beeinträchtigtem Hör- oder Sehvermögen Vorstellungen geniessen können. Der Auszeichnung «Label du bilinguisme/der Zweisprachigkeit» kommt Tobs mit Übertiteln in deutscher und französischer Sprache nach.

Diese kommen bei der deutschsprachigen Erstaufführung «Der Weg ins Morgenland» des Genfer Dramatikers Dominique Ziegler zum Zuge. Das hochaktuelle Kammerspiel beschäftigt sich mit dem ideologischen Radikalisieren junger Erwachsener. Schauspieldirektorin Katharina Rupp präsentierte einen Mix aus antiker Tragödie, Gegenwartsanalysen und amüsanter Gesellschaftssatire und versprach ein Wiedersehen mit Aaron Hitz in Aussicht, dem Schweizer Film- und Bühnenstar, dessen Karriere bei Tobs begann.

Koproduktionen mit Dornach

Mit dem Neuestheater.ch Dornach sind zwei Koproduktionen vereinbart. «Antigone», der Klassiker von Sophokles, der auch zweieinhalb Jahrtausende nach seinem Entstehen nichts an Aktualität verloren hat. Auch «Das Original» von Stephen Sachs, ein Stück, in dem es um Kunstfälschungen geht, wird als gemeinsame Produktion über die Bühne gehen. Nicht Malerei, sondern Bühnenakteure stehen im Broadway-Hit «Sonny Boys» im Zentrum.

Autor Neil Simon zeigt den Alltag bejahrter Komödianten, regt zum Nachdenken und zum Lachen an. «Romeo und Julia», William Shakespeares Klassiker, muss kaum näher vorgestellt werden – vermutlich gibt es kaum ein berühmteres Liebesdrama, als jenes, das Katharina Rupp im März 2020 auf die Tobs-Bühne bringt. Die «Freunde des Stadttheaters Solothurn» unterstützen diese aufwändige Produktion mit einer gross angelegten Spendenaktion.

Als Abschluss der Schauspielsaison präsentieren Katharina Rupp und Mirjam Neidhart das gemeinsame Theaterprojekt «Nichts geschenkt!» als Uraufführung. Diese «kurze Geschichte der Frauenrechte in der Schweiz» – so der Untertitel – erinnert an mutige Pionierinnen, an haarsträubende Verhinderer und eindrückliche Kampagnen.

Sir Simon Rattle als Musiker

Die erste Hälfte der Konzert-Saison steht noch ganz im Zeichen des 50-jährigen Bestehens des Sinfonie Orchester Biel Solothurn, welches neben dem regen Konzertleben auch im Theater aktiv ist und ausser dem Sprechtheater in allen Sparten eingesetzt wird. Kaspar Zehnder stellte ein volles Programm vor, aus dem die Uraufführung eines Cellokonzertes von Jost Meier hervorsticht. «Der Komponist und Orchestergründer feiert seinen 80. Geburtstag, das Orchester den Fünfzigsten, da passt eine Uraufführung wunderbar», sinnierte Zehnder.

Tobs-Chefdirigent Kaspar Zehnder und Sir Simon Rattle, Chefdirigent des London Symphony Orchestra, werden als Flötist und Pianist im Einsatz sein, wenn Mezzosopranistin Magdalena Kožená Lieder ihrer Landsmänner Leoš Janáček und Antonin Dvořák singen wird.

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