Region Biel-Solothurn
Tierrettungsdienst will von Gerlafingen aus für Tiere im Einsatz stehen

Die Tierambulanz Berner Oberland möchte in Gerlafingen ein Ambulanzfahrzeug stationieren, das für verletzte Tiere in der Region Biel-Solothurn im Einsatz steht. Was allerdings noch fehlt, sind die finanziellen Mittel.

Lea Durrer
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Die Tierambulanz rückt aus, wenn Tiere beispielsweise bei einem Autounfall verletzt werden.

Die Tierambulanz rückt aus, wenn Tiere beispielsweise bei einem Autounfall verletzt werden.

Keystone

Die privaten Autos, mit denen bis heute die Einsätze gefahren werden, reichen nicht mehr aus. Die Tierambulanz Berner Oberland, die ab dem 1. Januar 2013 als Schweizerischer Tierrettungsdienst unterwegs ist, möchte stattdessen professionelle Ambulanzen in den Einsatz schicken - auch im Kanton Solothurn, wo sie sich seit rund zwei Wochen mit Briefen auf Spendensuche begibt. Man wolle einen solchen Tierrettungswagen für die Stadt und Region Biel/Solothurn in Betrieb nehmen, heisst es. Kosten soll der ehemalige Rettungswagen des Spitals Herisau inklusive einem kleinen Umbau 20‘000 Franken.

«Ein ehemaliges Ambulanzfahrzeug zu kaufen, ist die billigste Variante», erklärt Charly Schmid von der Tierambulanz Berner Oberland auf Anfrage. Dort seien die Leitungen für Sauerstoff schon vorhanden.

Dieses im Spendenbrief abgebildete Ambulanzfahrzeug will die Tierambulanz in Gerlafingen stationieren.

Dieses im Spendenbrief abgebildete Ambulanzfahrzeug will die Tierambulanz in Gerlafingen stationieren.

AZ

Einen tiergerechten Umbau braucht es trotzdem. Ein Tisch muss her und die Ausrüstung auf alle möglichen Fälle ausgerichtet werden. So wird es in den Fahrzeugen - wie Schmid erklärt - auch Fangschleifen und Schutzanzüge geben.

13 Ambulanzen anschaffen

Das für die Region Biel-Solothurn vorgesehene Ambulanzfahrzeug befindet sich nebst drei anderen schon im Besitz der Tierambulanz. «Die sind aber noch nicht im Einsatz», betont Schmid. Insgesamt sollen 15 Fahrzeuge angeschafft werden. Dazu gehören auch zwei Ersatzfahrzeuge.

Tierambulanz Berner Oberland

Die Tierambulanz Berner Oberland aus Interlaken gibt es seit fünf Jahren. Sie ist 365 Tage im Jahr für die Tiere im Einsatz. Dies in den Kantonen Bern, Luzern, Freiburg, Wallis, Obwalden, Nidwalden, Uri, Waadt, Neuenburg, Jura, Genf und Zug und Solothurn.

Nebst der Tierrettung bietet die Tierambulanz noch andere Dienstleistungen an, denn «nur von der Tierrettung zu leben ist nicht möglich», so Charly Schmid von der Tierambulanz Berner Oberland. «Das ist ein Fulltime-Job. Wir fahren auch viele Einsätze fürs Tierkrematorium, hüten Hunde durch den Tag und bieten einen Tiertaxidienst an».

Im Einsatz stehen derzeit zwei Festangestellte und zahlreiche Teilzeitangestellte. «Das sind keine Hausfrauen sondern alles Tierpflegerinnen oder Tiermedizinische Praxisassistenten», so Schmid. Alle zusammen sind im letzten Jahr um die 250 Einsätze gefahren. Tendenz steigend. (ldu)

Klar ist schon, wo die umgebaute Ambulanz stationiert sein wird. Auf der Suche nach einem Stützpunkt ist man in Gerlafingen fündig geworden. Dort werden die beiden Ambulanzen für die Regionen Bern und Biel-Solothurn untergebracht. «Nachts sind die Fahrzeuge in der Garage und werden mit Strom versorgt», so Schmid.

«Drohungen tun weh»

Sein Vorhaben, einen schweizweiten Tierrettungsdienst aufzubauen und mit Spendenbriefen für die Ambulanzen zu sammeln, löst nicht nur positive Reaktionen aus. «Ich wurde am Telefon auch schon massiv bedroht», sagt Schmid. «Aber damit muss ich leben.» Gerade letzte Woche habe ihn jemand angerufen, der das Spendensammeln als «Schindluderei» bezeichnete. Schmid hat den Fall der Polizei übergeben.

Wie geht er persönlich mit Beschimpfungen und Drohungen um? «Es tut einem weh.» Ein Telefongespräch mit mutmachenden Worten gebe dann wieder Auftrieb weiterzumachen. «Ich will es ja für die Tiere machen.»

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