Kantonsrat

Tierquälerei oder nicht? Die Baujagd auf Füchse wird im Kanton nicht verboten

Isch öppis..?! Fuchs unterwegs auf dem Balmberg.

Darf nach wie vor in seinem Bau gejagt werden: Der Fuchs im Kanton.

Isch öppis..?! Fuchs unterwegs auf dem Balmberg.

Fuchsjagd: Der Kantonsrat will die Baujagd beibehalten – trotz einiger emotionaler Voten zum Thema Tierschutz.

Der Hund jagt den Fuchs: Bei der Baujagd von Oktober bis Ende Januar kriechen ausgebildete Hunde in Fuchsbauten und jagen die Bewohner hinaus. Dort wartet der Jäger mit dem Gewehr. Eine Tradition für Jäger und ein wichtiges Instrument, um den Fuchsbestand zu regulieren und die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern, sagen die einen. Von Tierquälerei, die nicht mehr zeitgemäss ist, sprechen die anderen. Die Argumente beider Seiten legte Edgar Kupper (CVP, Laupersdorf) als Sachkommissionssprecher im Kantonsrat dar. Die Kommission hatte sich mit einem Auftrag der SP befasst, der die Baujagd im Kanton verbieten will.

Die Meinungen von Tierschützern und Baujagdbefürwortern prallten auch in der anschliessenden Diskussion im Parlament aufeinander. Heiner Studer (FDP, Nunningen) argumentierte, durch die Ausbildung zur Baujagd könne man Jagdhunde vor «unangenehmen Überraschungen im Bau» schützen. So ist es etwa für Jagdhunde gefährlich, in Dachsbauten einzudringen – wo sie dem Dachs unterliegen oder verschüttet werden können. Hunden könne man schliesslich nicht erklären, die Baujagd sei verboten – Hunde mit Jagdtrieb würden von sich aus weiter nach Füchsen jagen, argumentierte Studer. Deshalb sei es sinnvoll, die Baujagd und die Ausbildung beizubehalten. In dieser sollen die Hunde etwa lernen, dass sie sich von Dachsen fernhalten sollen.

Stress für Hund und Fuchs

Genau diese Ausbildung sorgte aber auch für Kritik. Nicht nur wegen den Füchsen, die dafür eingesetzt werden. Auch von gestressten Hunden war die Rede, die im Training mittels Elektroschock lernen sollen, dass Dachse für sie gefährlich sind. Barbara Wyss Flück (Grüne, Solothurn) führte aus, aus tierschützerischer Sicht sei diese Form der Jagd sehr problematisch. Und aus Sicht der Jäger spiele sie heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Im Auftragstext hiess es bereits, weniger als ein Prozent der erlegten Füchse würden während der Baujagd geschossen. Die Grünen seien nicht grundsätzlich gegen Jagd, so Wyss Flück weiter. Aber: «Auf die Baujagd kann ohne weiteres verzichtet werden.» Ein emotionales Votum kam auch von SP-Kantonsrat Markus Baumann (Derendingen): «Traditionen rechtfertigen es nicht, Tiere zu quälen.»

Die Mehrheit der Parlamentsmitglieder sprach dann aber nicht vom Tierwohl, sondern etwa von der notwendigen Jagd auf Füchse, welche ansonsten Seuchen übertragen könnten. So wurde der Auftrag der SP mit 58 Nein- zu 31-Ja Stimmen bei 2 Enthaltungen für nicht erheblich erklärt. Regierungsrätin Brigit Wyss erklärte in ihrem Schlusswort, man könne davon ausgehen, dass die Baujagd heute vertretbar sei. Nicht aus Gründen der Tradition oder wegen der Regulierung des Fuchsbestandes. Sondern weil viele Jagdhunde heute Familienhunde seien – und deshalb die Ausbildung im Rahmen der Baujagd benötigten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1