Seilbahn

Tiefe Frequenzen: Abendfahrten auf den Weissenstein könnten wieder abgeschafft werden

Die Abendfahrten könnten bald Geschichte sein. (Archivbild)

Die Abendfahrten könnten bald Geschichte sein. (Archivbild)

Weil abends zuwenig läuft auf dem Solothurner Hausberg, überlegt sich die Seilbahn Weissenstein den Abendbetrieb nach weniger als einem Jahr wieder einzustellen.

Als das neue Hotel Weissenstein im vergangenen Sommer seine Tore öffnete, verlängerte die Seilbahn ihre Betriebszeiten. Seither fährt sie donnerstags bis samstags jeweils bis 23 Uhr – genau so lange, wie das Restaurant des Hotels geöffnet hat. Als einjähriges Pilotprojekt wurde das Ganze damals eingeführt, man wollte herausfinden, ob das Hotel abends genügend Leute auf den Berg lockt, damit sich die Extrafahrten lohnen.

Das tut es offenbar nicht. Noch vor Ablauf der einjährigen Pilotphase überlegt man sich bei der Seilbahn bereits, die regelmässigen Abendfahrten per Anfang Mai wieder abzuschaffen. Im Fahrplan auf der Website der Seilbahn heisst es: «Die fahrplanmässigen Abendfahrten werden voraussichtlich wegen mangelnder Frequenzen im Sommerfahrplan nicht mehr angeboten.» Entschieden sei noch nichts, betont Geschäftsführer Konrad Stuber. Im März will der Verwaltungsrat zusammensitzen und das weitere Vorgehen bestimmen. Stuber sagt aber auch: «Bis heute stimmen die Frequenzen nicht.»

Rund 200 Besucher bräuchte die Seilbahn pro Abend, rechnet Stuber vor: «Dann würden wir noch kein Geld verdienen, aber zumindest die Kosten der Extraschichten decken.» Diese Zahlen werden nicht erreicht. Wie weit entfernt man davon ist, will die Seilbahn nach dem definitiven Entscheid im März bekanntgeben. Nicht betroffen von diesem Entscheid wären Extrafahrten ausserhalb des Fahrplans, wenn etwa eine grössere Gruppe abends auf den Berg will. «Wir sind flexibel genug, solche Fahrten weiterhin anzubieten», sagt Stuber.

Als «grossartige Unterstützung» bezeichnet man die Abendfahrten beim Hotel Weissenstein. «Aus operativer Sicht sind wir sehr froh darum», schreibt Gabriela Krummenacher, Kommunikationsbeauftragte des Hotels, auf Anfrage. Würden sie wegfallen, müsste das Hotel kleinere Gruppen in den Wintermonaten, wenn die Passstrasse gesperrt ist, selber auf den Berg chauffieren. «Das würde sicher zu einem erheblichen Mehraufwand für uns führen», so Krummenacher. Dabei wäre man mit den Frequenzen beim Hotel offenbar ganz zufrieden: In den vergangenen Monaten sei das Restaurant mit rund 100 Plätzen, gerade an den Wochenenden, oftmals ausgebucht gewesen. Zu einem grossen Teil aber mit Hotelgästen, gibt Krummenacher zu bedenken. Also Personen, die vor und nach der Mahlzeit nicht auf die Bahn angewiesen sind.

In der an das Restaurant angrenzenden Panorama-Halle können Events durchgeführt werden, sie bietet Platz für bis zu 500 Personen. Unternimmt das Hotel in dem Bereich noch zu wenig, wenn sich die Abendfahrten für die Seilbahn offenbar nicht lohnen? Dazu Krummenacher: «Unser Betrieb befindet sich nach wie vor im Aufbau, das Potenzial ist noch bei Weitem nicht ausgeschöpft.» Gerade im Event-Bereich gebe es noch zahlreiche Möglichkeiten, die Frequenzen zu erhöhen. Dafür brauche es aber noch mehr Zeit. Ausserdem sei der bisherige Zeitraum viel zu knapp, um beurteilen zu können, ob sich Abendfahrten langfristig lohnen würden, so Krummenacher.

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