Auf einen Kaffee mit…

Theres-Ursula Beiner: «Idealisten wird es immer geben»

Theres-Ursula Beiner: «Volksmusik wird es immer geben.»

Theres-Ursula Beiner: «Volksmusik wird es immer geben.»

Theres-Ursula Beiner ist mit Leib und Seele Botschafterin für die Volkskultur. Die Moderatorin von «So tönt’s a der HESO» ist auf vielfältige Weise mit der Musik verbunden. So war sie schon als Chorleiterin oder Pianistin tätig.

Wer Theres-Ursula Beiner als Moderatorin von «So tönt’s a der HESO» kennt, kennt nur wenige Takte der «Melodie», die sie für die Volksmusik spielt. Es ist eine Mission, die mehr ist als Arbeit, mehr ist als Hobby. Es ist eine Leidenschaft, die vielstimmig klingt. Es sind denn auch mehrere Tassen Kaffee an Zeit nötig, um all die Tätigkeiten zu überblicken, mit denen sich die gebürtige Bernerin der Volkskultur widmet.

«Gekäfelet» wird in ihrem Zuhause in Bellach, im Wohnzimmer stehen Harfe und Notenständer. Sie stehen Modell für die Musikalität, die Theres-Ursula Beiner in die Wiege gelegt wurde. Im Hinblick aufs Harfenspiel relativiert sie zwar: «Ich arbeite seit fünf Jahren daran. Man lernt bei diesem Instrument nie aus.»

Was ihren sonstigen musikalischen Werdegang angeht, braucht sie nichts zu relativieren. Neben ihrer Ausbildung als Drogistin hat sie in der Musik ihre Heimstatt entdeckt. Als Pianistin, Chorleiterin, sowie auch in kantonalen bis nationalen Gremien, die sich der Förderung des Chorgesangs und der Volkskultur widmen, als Radio- und Anlassmoderatorin, als Festorganisatorin, als Fachredaktorin, PR-Fachfrau und als Grafikerin und als «Seelsorgerin» für die Anliegen der Folklorefreunde in der IG Volkskultur.

Den Dirigentenstab hat sie zwar vor acht Jahren beiseitegelegt – zuletzt war sie Chorleiterin des Frauenchors Lohn-Ammannsegg, bei dem sie gelegentlich noch als Klavierbegleiterin mitwirkt. Fünf Liebhaber- respektive Laienchöre hat sie insgesamt geleitet, stets mit Begeisterung, die ihr Lohn war.

«Was ich mache, mache ich mit Freude. Das meiste gratis, aber nicht umsonst», Worte, die mehrmals fallen, während sich auch die zweite Tasse Kaffee langsam leert. «Mein Mann steht hinter der Losung, weil er sieht, dass mich die Arbeit glücklich macht.» Dafür habe er gewitzelt, als sie 1992 mit dem kantonalen Kulturpreis geehrt wurde: «Alle Portokosten, die Du nie verrechnet hast, kommen jetzt mit einem ‹Chlapf› zurück.»

Doch stattdessen investierte sie das Preisgeld in den Aufbau eines Büroarbeitsplatzes zu Hause, wo sie als Chefredaktorin und Gestalterin der Schweizerischen Chorzeitung und anderer Drucksachen tätig wurde. Bald war ihr Laptop zum unverzichtbaren Werkzeug geworden: «Ich konnte nicht mal mehr in die Ferien ohne ihn, bin von den Klavier- auf die Computertasten abgedriftet.»

«Wie jedoch hält sich die Volkskultur am Leben?», ist die Frage, die sich aufdrängt, wenn man eine Taktgeberin vor sich hat, eine, die im Räderwerk vom ersten geübten Chorton über den gedruckten Festflyer bis hin zur Anlassmoderation jeden Prozessschritt kennt. «Volksmusik wird es immer geben», prognostiziert Theres-Ursula Beiner, «sie wird sich aber verändern, wie sie es immer schon getan hat.» Sowohl auf der Bühne wie auch in den Zuschauerrängen werden immer Leute sitzen. «Bei den Jodlern beispielsweise gibt es null Nachwuchsprobleme. Und auch das Handörgeli boomt bei den Kindern.»

Zwar würden bestehende Formationen ausdünnen, aber nur, weil die jungen Nachzügler lieber eigene Gruppen gründen. Durch das Chorfach sei ihr klar, dass ein belastendes Berufsleben kaum mehr Zeit für ein ausgedehntes Hobby lasse. «Aber Idealisten wird es immer geben.» Sie selbst, das spürt man sofort, ist eine davon.

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