Hundesteuer
Therapiehunde zahlen Steuern – wie alle Hunde

Der Kantonsrat will Therapie- und Assistenzhunde nicht von der Steuer befreien. Das wäre ein «Pseudo-Zeichen», hiess es im Rat.

Lucien Fluri
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Therapiehunde werden nicht von der Hundesteuer befreit.

Therapiehunde werden nicht von der Hundesteuer befreit.

Ein Herz für Hundehalter, die Gutes tun: Das wollte BDP-Kantonsrat Markus Dietschi (Selzach) zeigen. Doch sein Auftrag zur Befreiung der Assistenz- und Therapiehunde von der Hundesteuer scheiterte im Kantonsrat überaus deutlich.

An Nicole Hirt (GLP, Grenchen) lag dies nicht. Sie, die selbst einen solchen Hund besitzt, legte ein flammendes Votum an den Tag. «Wir schieben Millionen von Franken hin und her. Und hier zeigen wir uns geizig.» Dabei könne man die Leistung von Assistenz- und Therapiehunden gar nie «in Franken beziffern». Auch Doris Häfliger (Grüne, Solothurn/Zuchwil) wollte sich nicht damit abfinden, dass das Anliegen schon 2006 abgeschmettert worden sei. «Man kann ja auch gescheiter werden.»

Ganz anders tönte es bei der Ratsmehrheit. «Nur weil eine Hundetherapie gut ist, muss man nicht völlig überbeissen», hielt Christine Bigolin Ziörjen (SP, Aetigkofen) entgegen. «Es ist nicht Aufgabe des Staates, via Hundesteuer ein Pseudo-Zeichen zu setzen.» Für die Geschäftsführerin des Zentrums für körper- und sinnesbehinderte Kinder sind Therapiehunde eine gute Sache. Sie werden auch in ihrer Institution eingesetzt. Das Angebot werde dann aber bezahlt. Dies sei der richtige Weg. Regierungsrätin Esther Gassler machte zudem darauf aufmerksam, dass diejenigen Personen, die auf einen Hund angewiesen seien, von der IV entsprechend Unterstützung erhielten.

Auch für sie braucht es Robidogs

Als «grundsätzlich sympathisch» bezeichnete SVP-Sprecherin Jacqueline Ehrsam (Gempen) das Anliegen. Sie befürchtete aber zusätzlichen Verwaltungsaufwand für Kontrollen. «Es gibt keine klare Definition, was ein Assistenz- oder Therapiehund ist.» Das befürchtete auch die Sprecherin der Grünen, Brigit Wyss (Solothurn). Sie hoffe, dass der Einsatz anderweitig gewürdigt werde.

«Ich verlange nichts Unmögliches», versuchte der Urheber des Auftrags, Markus Dietschi, Bedenken über zusätzlichen bürokratischen Aufwand zu zerstreuen. Ausgebildete Hunde hätten Dokumente. Jeder Hundebesitzer könnte damit bei der Gemeinde vorbeigehen und von der Steuer dispensiert werden.

Gemeindevertreter Kuno Tschumi (FDP, Derendingen) sah die Angelegenheit nüchtern: «Die Mehrheit ihres Lebens sind auch Therapiehunde gewöhnliche Hunde.» Sie würden ebenso wie jeder gewöhnliche Hund Robidogkosten verursachen. Der Auftrag wurde mit 82 zu 9 Stimmen bei 4 Enthaltungen durch alle Fraktionen hindurch abgelehnt.

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