Komponist
Theodor Dieners Musik in einem Verzeichnis

Das gesamte Werk des Balsthaler Komponisten Theodor Diener ist jetzt in einem Werkverzeichnis greifbar. Zehn Jahre dauerte die Aufarbeitung. In der Zentralbibliothek Solothurn findet am kommenden Freitag die Vernissage statt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Komponist Theodor Diener

Komponist Theodor Diener

Zur Verfügung gestellt

Theodor Diener (1908–1983) wurde in Ebnat-Kappel geboren. Die Familie zog nach Olten um, und schon früh musste die Mutter für ihren einzigen Sohn den Lebensunterhalt verdienen. Als Lehrerin erteilte sie auch Klavierunterricht, damit war Dieners Ausbildung vorbestimmt. Auch er wurde Primarlehrer. Dies ermöglichte ihm in der damaligen Krisenzeit, eine musikalische Ausbildung anzugehen und für den Lebensunterhalt der Familie mit zu sorgen. Er leitete verschiedene Chöre, was ihm finanziell ermöglichte, das Studium am Konservatorium Zürich bei Volkmar Andreae und private Studien bei Paul Müller aufzunehmen. Er schloss seine Ausbildung mit dem Theorielehrerdiplom und mit dem Diplom als Musikpädagoge ab.

1937 heiratete Theodor Diener Martha Husy, und das Ehepaar übersiedelte mit seinen vier Kindern nach Balsthal. Dort begann Theodor Diener das musikalische Leben des neuen Wohnortes mitzubestimmen. Jahrelang leitete er die Musikgesellschaft Balsthal-Klus, den Männerchor, den Frauenchor und den reformierten Kirchenchor Balsthal sowie die Singstudentenverbindung Arion Solothurn. Zudem versah er das Organistenamt in der reformierten Kirche in Balsthal. 1975 bildete sich Theodor Diener bei Sandor Veress in Bern in Komposition weiter. Im gleichen Jahr erhielt er vom Kanton Solothurn einen Kulturpreis.

Wichtigstes Werk nicht gehört

Verschiedene Operettenaufführungen, die Festspiele zum kantonalen Schützenfest, zu den Jubiläen seiner Chöre und zur 1000-Jahr-Feier 1968 von Balsthal waren wichtige Schaffensetappen. Zudem engagierte sich Diener in kantonalen und eidgenössischen Verbänden. Vor allem die geistliche Musik bestimmte sein Komponieren. Die Uraufführung seines letzten vollendeten Werkes, dem geistlichen Spiel für Sprecher, Solisten, Chor und Orchester «Lazarus» im November 1983 in Basel und Balsthal, sollte zum Höhepunkt seines Schaffens werden. Er erlebte die Uraufführung nicht mehr, denn er starb am 21. August 1983, zwei Monate vorher.

Rolf Grolimund, ehemaliger Leiter Musik bei SRF2 und gebürtiger Balsthaler, charakterisierte Dieners Schaffen folgendermassen: «Im melodischen Bereich hat er eine Vorliebe für eine erweiterte Tonalität in weitgehend stufenweiser Fortschreitung, dazu eine kontrapunktische Stimmführung, Freude an Farbigkeit und Abwechslung. Die Vokalwerke prägt eine starke Anlehnung an den Text mit den Mitteln der Tonmalerei. Seine Musik zeigt immer wieder konzertante, spielfreudige Züge und ab und zu klingen auch Elemente der romantischen Musiksprache an. Die Musik ist nicht sentimental, nicht anbiedernd und nie billig-eingängig.»

Vernissage mit Musik von Diener

2003 wurde der gesamte Nachlass des Komponisten von der Familienstiftung Theodor Diener der Zentralbibliothek Solothurn übergeben. Hans-Rudolf Binz, Leiter der Historischen Musiksammlung der Zentralbibliothek bis 2013, hat ein Werkverzeichnis erstellt, das nun in gedruckter Form als Nummer 36 der Reihe «Veröffentlichungen der Zentralbibliothek Solothurn» erschienen ist. Dieses Werk wird anlässlich einer Vernissage in der Zentralbibliothek am Freitag, 24. Oktober, um 19 Uhr vorgestellt. Bettina Sartorius, Violine, Martin Zysset, Tenor, und Adalbert Roetschi, Klavier, werden anhand dreier Stücke die ganze Bandbreite der Musik von Theodor Diener präsentieren.

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