Neue Saison

Theater Orchester Biel Solothurn präsentiert modernes Polit-Theater und Mozart

Auch in der nächsten Spielsaison wird auf den Bühnen in Solothurn und Biel wieder ein abwechslungsreiches Programm geboten. (Archiv)

Auch in der nächsten Spielsaison wird auf den Bühnen in Solothurn und Biel wieder ein abwechslungsreiches Programm geboten. (Archiv)

Das Theater Orchester Biel Solothurn nimmt im Spätsommer die mittlerweile vierte Spielzeit unter Intendant Dieter Kägi in Angriff. Das Opernprogramm wird mit dem Donizetti-Klassiker «Don Pasquale» eröffnet. Auf der Schauspielbühne ist das Tschechow-Drama «Onkel Wanja» zu sehen.

Für einmal ins Bieler Kongresshaus luden am Mittwochmittag die Verantwortlichen des Theater Orchester Biel Solothurn TOBS, um die kommende Theater-, Oper- und Konzertsaison 2016/2017 vorzustellen.

Theaterdirektor Kaegi vermeldete Erfreuliches gleich zu Beginn: «Die vergangene Saison war die Erfolgreichste der letzten Jahre.» Und Schauspielchefin Katharina Rupp doppelte nach: «Es tut uns noch heute in der Seele weh, für all die Zuschauer, die keinen Platz in einer unserer Aufführungen mehr fanden. Aber das Mass von Zusatzaufführungen wurde voll ausgeschöpft. Mehr ging einfach nicht mehr.»

Exakte Zahlen über die vergangene Saison werden erst Ende 2016 veröffentlicht. Schliesslich ist die laufende Saison noch nicht ganz abgeschlossen.
Nun wurde aber bereits die Spielzeit 2016/2017 vorgestellt, welche anfangs September startet. Auffällig ist, dass nach «sicheren» Stücken wie «La Traviata», «Der Besuch der alten Dame» oder «Amadeus» in der neuen Saison einiges Unbekanntes und Unbequemes auf die Bühnen in Biel und Solothurn kommt.

Von «Volpone» bis «Terror»

Im Schauspiel auch viel Politisches. Dabei ist das erste Stück der Saison schon gut 400 Jahre alt. «Volpone» des Shakespeare-Zeitgenossen Ben Johnson in der Bearbeitung von Stefan Zweig. Eine zeitlos bissige Schau der menschlichen Habgier. Als Schweizer Erstaufführung folgt «Am Boden (Grounded)» des Amerikaners George Brant. Eine tiefgründig, berührende Reflexion über moderne Kriegsführung per Knopfdruck.

Was richtet der vermeintlich virtuelle Krieg via Drohnen in den «Kämpfern» an? Auf den TOBS-Bühnen ist Anton Tschechow immer wieder präsent. Sein «Onkel Wanja» steht im Programm. Eine weitere Schweizer Erstaufführung folgt mit «Der Chinese» des Schweizer Autors Benjamin Lauterbach. Dazu kehrt Max Merker als Regisseur auf die TOBS-Bühnen zurück, wo er dieses Stück um eine behütete, heile Schweizer Familienwelt, die aus banalem Anlass infrage gestellt wird, inszeniert.

Erstmals führt Dieter Kaegi Schauspiel-Regie am TOBS und zwar im Stück «Masterclass» mit Barbara Grimm als Maria Callas. Diesem Erfolgsstück von Terrence Mcnally liegen Tonbandaufnahmen der Callas während der Arbeit mit einer New Yorker Meisterklasse zugrunde. «Terror», das Aufregerstück von Ferdinand von Schirach, wird auch beim Solothurner und Bieler Theaterpublikum für Furore sorgen, werden doch hier die Zuschauer zum Richtergremium. Den Abschluss der Theaterproduktionen macht «Die Firma dankt» von Lutz Hübner, wiederum eine Schweizer Erstaufführung. Modernen Arbeitsbedingungen sind hier das Thema.

Von «Weisse Rose» zu «Lucio Sillo»

Auch bei den Opern gibt es mit «Die weisse Rose», von Udo Zimmermann Polit-Stoff. Dies ist die zweite Produktion nach «Don Pasquale von Gaetano Donzetti. Es folgen zwei Einakter an einem Opernabend: «La Notte di un Nevrastenico» von Nino Rota und «Gianni Schicchi» von Giacomo Puccini. Die seit jüngster Zeit wieder öfter gespielten «Pecheurs de Pèrles» von Georges Bizet folgen und danach ist Mozarts «Lucio Silla» zu hören. Die Premiere dieses 1772 entstandenen Stückes findet als einzige Oper im Stadttheater Solothurn statt.

Neu gibt es für Opernfreunde die sogenannte «Lunchtime-Opera»: Über die Mittagszeit, am Tag der jeweiligen Premiere, sind Gäste zu den Hauptproben willkommen. Neben der Musik und einem einfachen Lunch ist viel Wissenswertes über die Oper zu erfahren. «Der Tanz wird beim Publikum immer beliebter», freut sich Dieter Kaegi und so sind wiederum drei Tanzstücke programmiert.

Konzertdirektor Kaspar Zehnder stellte das Konzertprogramm vor. Höhepunkte der zehn verschiedenen Sinfoniekonzerte sind Carl Philipp Emanuel Bachs Oratorium «Von der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu» oder Haydns G-Dur Sinfonie Nr. 88. Von Beethoven, Schubert, Dvorak, Mozart und Brahms sind weiter Sinfonien zu hören. Zum 80. Geburtstag des Bieler Komponisten Daniel Andres gibt es ein Konzert mit einer Uraufführung zu hören.

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