Kanton Solothurn
Testkäufe zeigen: Tabakwaren werden auch an unter 18-Jährige verkauft

Seit dem 1. September 2019 dürfen Verkaufsstellen Tabakwaren nicht mehr an Minderjährige unter 18 Jahren abgeben. Testkäufe haben jedoch gezeigt, dass dies noch nicht überall eingehalten wird. Der Kanton startet deswegen nochmals eine Informationsoffensive.

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Tabakwaren dürfen nicht an Minderjährige verkauft werden.

Tabakwaren dürfen nicht an Minderjährige verkauft werden.

Chris Iseli

Seit dem 1. September 2019 ist das neue Gesundheitsgesetz in Kraft. Es verbietet neu den Verkauf von Tabakwaren an Minderjährige unter 18 Jahren - bisher war das Abgabealter auf 16 Jahren festgelegt. Der Kanton hat die Verkaufsstellen im September mit einem Merkblatt auf die Erhöhung des Abgabealters von Tabakwaren hingewiesen.

Testkäufe der Suchthilfe-Institutionen Suchthilfe Ost GmbH und die PERSPEKTIVE Region Solothurn-Grenchen in den vergangenen drei Monaten hätten gezeigt, dass die neue Regelung noch nicht bei allen Verkaufsstellen bekannt ist, teilt die Staatskanzlei Solothurn mit. «Einige verkaufen weiterhin Tabakwaren an Minderjährige.»

Die Verkaufsstellen wurden entsprechend darauf hingewiesen. Das Amt für soziale Sicherheit wird nochmals eine Informationsoffensive bei den Tabak-Verkaufsstellen durchführen und sie an die Änderung des Abgabealters erinnern. Die nächste Welle der Testkäufe findet im Frühling 2020 statt.

Als Tabakwaren gelten Zigaretten, Zigarren, Snus, Heat-Not-Burn-Zigaretten, Schnitt-, Shisha- sowie Pfeifentabak. Der Kanton empfiehlt zudem, weitere Nikotinprodukte mit vergleichbarem Gefährdungspotential (E-Zigaretten, E-Shishas etc.) gleich zu behandeln und nicht an Minderjährige abzugeben. (sks)

So funktionieren Testkäufe

Bei Testkäufen werden Jugendliche beauftragt, alkoholische Getränke und Tabakwaren einzukaufen. Die Testkäufer werden jeweils von einer erwachsenen Person der Suchthilfe-Institutionen oder der Polizei instruiert. Die Verantwortlichen der jeweiligen Betriebe werden danach umgehend mündlich oder schriftlich über den erfolgten Testkauf informiert. Die Suchthilfe-Institutionen sowie das Blaue Kreuz bieten anschliessend Schulungen an, welche die Verkaufsstellen bei der Einhaltung des Jugendschutzes unterstützen sollen. Getestet wird in Gastrobetrieben, im Detailhandel sowie an Veranstaltungen. (sks)