Sie sorgten in Olten immer wieder für Aufsehen: Die Kantonspolizisten, die mit ihren beiden Segways probehalber diesen Mai und Juni unterwegs waren. Nun werden die beiden elektronischen Stehroller definitiv gekauft und sollen ab Ende November in der Stadt und Region Olten eingesetzt werden, wie die Kantonspolizei Solothurn mitteilte.

Darüber hinaus sollen die Segways auch in anderen Regionen ergänzend eingesetzt werden, beispielsweise beim slowUp im Bucheggberg sowie weiteren Veranstaltungen.

Polizei patrouilliert mit Segways am slowUp Solothurn-Bucheggberg

Polizei patrouilliert mit Segways am 5. slowUp Solothurn-Bucheggberg

Kein Ersatz für Auto-Patrouillen

Der Pilotbetrieb ist positiv ausgefallen. «Die Polizisten haben wegen der erhöhten Position auf den Segways eine bessere Sicht und werden auch besser wahrgenommen», sagt Kommunikationschef Andreas Mock von der Solothurner Kantonspolizei. Die Stehroller werden vor allem in der präventiven Polizeiarbeit eingesetzt, sind daher kein Ersatz für die bestehenden Auto-Patrouillen, weil sie nur begrenzt Material mitführen können. «Gibt es einen Notfall in ihrer Nähe, werden sie aber auch vor Ort gerufen.»

Auf Segway-Streife in Olten

Auf Segway-Streife in Olten

Erstmals sind Polizisten in der Schweiz im Füssgängerbereich motorisiert unterwegs. Wir ziehen ein Zwischenfazit zum Pilotprojekt.

Festnahmen konnten die Segway-Polizisten in ihrem zweimonatigen Pilotbetrieb allerdings keine vorweisen. Immerhin hielt eine Segway-Patrouille während des Betriebs nach einer Eingangsmeldung einen mutmasslichen Ladendieb an. Die Tat konnte indes nicht belegt werden und die Person wurde nach der Kontrolle entlassen.

Mit den Segways gibt sich die Kantonspolizei bürgernäher. Die Polizisten werden häufiger angesprochen, wie ein Augenschein dieser Zeitung im Mai ergab. «Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Polizei seit der Fusion mit der Kantonspolizei gar nicht mehr in der Stadt ist», sagte Harry Niggli, Chef der Polizei Region Ost, damals. Das stimme aber nicht.

Reichweite von 40 Kilometern

Die Segways kosten rund 11'000 Franken pro Stück inklusive der polizeispezifischen Ausstattung. Segways werden als Mofas eingelöst, haben also ein gelbes Schild und eine Jahresvignette. Aufgrund einer Verkehrsregelerleichterung im Strassenverkehrsgesetz sind Segways einem leichten Elektrofahrrad gleichgestellt.

Dadurch dürfen die mit Fahrtrainings geschulten Polizisten einen Segway überall fahren, wo auch Velos fahren darf.

Der Segway hat eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern. Abgesehen von Verschleissteilen wie die Bereifung, die ab und zu erneuert werden muss, sind Segways grundsätzlich wartungsfrei.