Niederbipp
«Hakle» war gestern: Jetzt meldet sich «Tela» wieder zurück – bis zu 25 Stellen werden abgebaut

Die neuen Besitzer – die deutsche Queck-Firmengruppe – haben die Papierfabrik Niederbipp übernommen und seit Anfang Mai laufen die Maschinen wieder unter dem alten Namen Tela rund. Allerdings: Bis zu 25 Stellen werden abgebaut.

Urs Mathys
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Jetzt wieder «Tela»: Das Werk in Niederbipp.

Jetzt wieder «Tela»: Das Werk in Niederbipp.

Bruno Kissling

Die guten Nachrichten zuerst. Der Ende 2020 angekündigte Besitzerwechsel der Hygienepapierfabrik in Niederbipp ist abgeschlossen: Am 1. Mai ist die Eigentümerschaft definitiv und mit allen Rechten und Pflichten vom US-Multi Kimberly-Clark («Hakle») an die deutsche Unternehmerfamilie Queck übergegangen, wie mitgeteilt wird.

Die Papiermaschinen, die Verarbeitung und die Auslieferung seien – nach einem Unterbruch in der letzten Aprilwoche – Anfang Mai unter neuer Leitung wieder erfolgreich angelaufen. Gleichzeitig «wiederauferstanden» ist die Traditionsmarke «Tela». In diese und in den Standort Niederbipp wollen die neuen Besitzer nach eigenem Bekunden «weiter investieren».

Stellenabbau über einzelne Kündigungen

Die schlechte Nachricht: «Um die Markt- und Zukunftsfähigkeit des Werks zu erreichen», wird ein «Abbau von maximal 20 bis 25 Stellen» angekündigt. Die gute Nachricht in der schlechten: «Eine Massenentlassung, die noch vor ein paar Wochen im Raum stand, wird es nicht geben.»

Aktuell werden bei Tela «knapp über 250 Mitarbeitende» beschäftigt, wie es heisst. Der Abbau werde über Kündigungen erfolgen. Einerseits bei Stellen aus der früheren Kimberly-Clark-Konzernstruktur, die es «in der neuen Struktur so nicht mehr braucht», aber auch solche im Bereich Verarbeitung.

Betroffene hätten die Möglichkeit, sich auf offene Stellen in der Schwesterfirma Cartaseta in Gretzenbach zu bewerben. Dort herrschte seit Ende 2020 ein Einstellungsstopp, «da mit einer Korrektur in Niederbipp gerechnet wurde».

Bruno Kissling

Cartaseta-Geschäftsführer übernimmt

Tatsächlich hat die Unternehmensgruppe Queck, deren Schwerpunkt in der Herstellung von «Privat Label»-Hygienepapieren liegt, mit der Tela bereits den zweiten Standort in der Region übernommen – neben der Cartaseta in Gretzenbach. Cartaseta-Geschäftsführer, Roberto Todaro (47), wird künftig zusätzlich auch als Geschäftsführer der Tela GmbH wirken. Aber «beide Werke sind weiterhin rechtlich unabhängig voneinander», wird auf Nachfrage ausgeführt.

Todaro war Ende 2005 als Leiter Verkauf zu Cartaseta gestossen, die Toilettenpapier, Falthandtücher und Haushaltspapier aus Altpapier und Frischzellstoff fabriziert. Todaro leitet die Firma seit nunmehr über sechs Jahren: Er bringe damit «viel fachliche Erfahrung und umfassende Marktkenntnisse mit».

Dem Geschäftsleiter zur Seite steht in Niederbipp ein «alter» Kimberly-Clark-Mann: Der 36-jährige Pascal Jordi, der hier seit sechs Jahren den technischen Bereich verantwortet und seit 2018 als stellvertretender Werkleiter tätig ist. Als Betriebsleiter in Niederbipp werde Jordi Mitglied der Geschäftsleitung und somit für sämtliche betrieblichen Bereiche zuständig sein, schreibt die Tela GmbH dazu.

Zwischen beiden Werken – Tela und Cartaseta – gebe es «sehr gute Synergien», beide würden sich «sehr gut ergänzen und sind räumlich sehr nahe beieinander», wird zur Frage nach möglichen Zusammenarbeitsformen ausgeführt. Nicht zuletzt dürfte dies auch für den Verwaltungsbereich gelten.

Das Werk im 2001.

Das Werk im 2001.

Robert Grogg